Hilfe für Kinder

Falsch und wirkungslos

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Das „Teilhabe-Paket“ für Kinder in Hartz-IV-Familien kommt bei den meisten Berechtigten nicht an. Schöne Teilhabe, an der die Mehrheit nicht teilhat! Der Kommentar.

Die Bundesregierung hat auch ihre Stärken. Was zum Beispiel starke Worte angeht, hat sie in letzter Zeit gewaltig zugelegt. So erfreut sich Deutschland seit einigen Monaten eines „Starke-Familien-Gesetzes“. Darin ist immerhin festgelegt, dass die Kinder von Hartz-IV-Empfängern für „Bildung und Teilhabe“ (noch so ein schönes Wort) jetzt 15 statt zehn Euro pro Monat bekommen.

Fragt sich nur, was ein „Teilhabe-Paket“ soll, wenn die große Mehrheit nicht daran teilhat. 85 Prozent der Berechtigten werden nicht erreicht, und der Skandal wird nicht kleiner dadurch, dass der Paritätische Gesamtverband die Zahlen ermitteln musste, weil die Regierung es nicht tut.

Komplizierte Antragstellung, Scham der Berechtigten – was immer zur weitgehenden Wirkungslosigkeit führt, lässt nur einen Schluss zu: Wir brauchen, wie vielfach gefordert, eine allgemeine Grundsicherung, wenigstens für den Nachwuchs.

Das Teilhabe-Paket hatte immer den Makel, dass es als Ersatz für die politisch nicht gewollte Erhöhung des Hartz-IV-Satzes herhalten musste. Also: Weg damit, es geht viel besser. 

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