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Sigmar Gabriel hat Yasmin Fahimi oft bloßgestellt und wollte sie loswerden. Nun hat er sein Ziel erreicht.
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Sigmar Gabriel hat Yasmin Fahimi oft bloßgestellt und wollte sie loswerden. Nun hat er sein Ziel erreicht.

SPD

Fahimis Rückzug ist Gabriel Niederlage

  • Daniela Vates
    VonDaniela Vates
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SPD-Chef Sigmar Gabriel wollte sie los werden. Nun ist es soweit: Nach nur zwei Jahren wechselt die SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi als Staatssekretärin ins Arbeitsministerium. Warum Gabriel darüber gar nicht so froh sein kann.

Freundliche Worte hat SPD-Chef Sigmar Gabriel seiner Generalsekretärin noch hinterhergerufen. Er bedaure ihren Rückzug aus der Parteizentrale, ließ er wissen. Schließlich habe sie „mit großem Erfolg in den letzten zwei Jahren die SPD politisch und organisatorisch voran gebracht“. 

Selten ist Heuchlerei so offensichtlich. Schließlich war es doch der Parteichef selbst, der lange schon versucht hat, einen Ersatz zu finden für die Frau, die er gerade erst installiert hatte auf dem Posten des Wadlbeißers der Partei. Schließlich war es auch Gabriel, der seine Generalsekretärin wiederholt bloß gestellt und hat. Nicht nur sie, auch Justziminister Heiko Maas kann vom wenig kooperativem Umgang des Chefs ein Lied singen. Aber eben auch sie.

Gabriel hat sie in die Parteizentrale geholt, und sie dann alleine gelassen. Fahimi, zuvor Leiterin der Grundsatzabteilung bei der Gewerkschaft IG BCE, fremdelte mit dem Berliner Politikbetrieb - aber der fremdelte auch mit ihr, auch dann noch, als Fahimi in Schwung kam. Eine von außen, eine Frau noch dazu, eine, die nicht schon in allen Berliner Hinterzimmern gesessen hat - das schien, so platt es klingt, höchst verdächtig. Und in der SPD gab es manch einen, der ihr den Posten neidete. Einen Bundestagswahlkampf, so hieß es in der Partei, werde Fahimi kaum leiten können, sie habe schließlich keine Erfahrung mit Wahlkämpfen. Wenn das das Problem war - man hätte es bei der Berufung wissen können.

Die Koalitionspartner von CDU und CSU hatten in jedenfalls damit die scheinbar schwache Stelle der SPD gefunden. Ihr lustvolles Lästern stieß bei der SPD auf wenig Gegenwehr. 

Fahimi hätte den Posten behalten können, sie hätte womöglich ein sehr schlechtes Ergebnis auf dem Parteitag bekommen, aber sie wäre wohl geblieben. Das Verhältnis zu Gabriel wäre nicht besser geworden, auch der SPD wären die anhaltenden Spannungen nicht gut bekommen.. Man hätte das Bleiben Durchhaltewillen nennen können - oder Masochismus. Warum soll man einen Job behalten, wenn das Arbeitsumfeld unmöglich ist und es interessante Alternativen gibt?

Aus Sicht Fahimis ist der Wechsel also richtig und nervenschonend und der neue Job möglicherweise sogar mehr ihr Ding. Gabriel müsste seinen Krokodilstränen indes echtes Bedauern beimischen. Denn der Rückzug der Generalsekretärin ist seine eigene Niederlage.

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