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Es gibt Grundstoffe, die werden nur noch von zwei Herstellern geliefert – einer sitzt in Indien, der andere in China.

Medikamente

Engpässe in den Apotheken - woran es liegt und was dagegen helfen würde

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Um Engpässe bei Medikamenten zu vermeiden, muss die Politik wieder Produktionsstätten in Europa ansiedeln - falls nötig mit staatlichen Fördermitteln. Ein Kommentar.

Es ist wie so oft im Gesundheitswesen: Läuft etwas falsch, beginnen die Lobbyisten mit Schuldzuweisungen. Beim Thema Lieferengpässe sieht das so aus: Die Pharmaindustrie sieht die Schuld bei den Krankenkassen, die angeblich mit Preisdrückerei die Firmen strangulieren. Die Kassen werfen im Gegenzug der Wirtschaft vor, die Produktion nicht im Griff zu haben. Beide unterstellen wiederum den Apothekern, Medikamente, die eigentlich für den deutschen Markt vorgesehen sind, gewinnbringend ins Ausland zu verhökern.

Die Wahrheit liegt - wie so oft – irgendwo in der Mitte. Hauptproblem ist aber, dass die Globalisierung zu einer extremen Konzentration bei den Produzenten von Wirkstoffen geführt hat. Es gibt Grundstoffe, die werden nur noch von zwei Herstellern geliefert – einer sitzt in Indien, der andere in China. Das schafft Abhängigkeiten, die unbeherrschbar werden können. Die Politik darf nicht weiter untätig bleiben. Ziel muss sein, wieder Produktionsstätten in Europa anzusiedeln, auch mit Hilfe von staatlichen Fördermittel. Das sollte uns die Gesundheit wert sein.

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