Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Für Sie gelesen

Experten-Tango im Schloss

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
    schließen

Berlin baut ohne Plan und Ziel: Das Humboldt-Forum.

Wenn es um das Berliner Schloss geht, das dereinst das Humboldt-Forum beherbergen soll, warten alle auf den großen Zauberer, der alles (ein-)richten soll, wenn der Neubau fertig ist.

Bernhard Schulz war für den „Tagesspiegel“ bei der Vorstellung des Jahresberichtes der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) und hat dabei tektonische Verschiebungen in der Organisation vernommen. „Deutlich wurde, dass das größte Bauvorhaben, das ‚Humboldt-Forum im Berliner Schloss‘ – wie die als Bauherrin fungierende Stiftung in Kürze heißen wird – von der SPK allmählich hinübergeht in die Zuständigkeit der Kulturstaatsministerin.“ Schulz weiß ferner von einer Ankunft zu berichten: „Gründungsintendant Neil MacGregor sei mittlerweile – wie vereinbart – zehn Tage monatlich in Berlin, der immer drängender Erwartete ist angekommen.“

In der „FAZ“ hadert Andreas Kilb mit beinahe allem, was sich rund um das Schloss so auflesen lässt. „Man muss nur auf den Webportalen der Staatlichen Museen, des Landes Berlin und der Stiftung Berliner Schloss – Humboldt-Forum, die bei dem Projekt als Bauherrin fungiert, die entsprechenden Seiten öffnen, um in einen deprimierenden Wirrwarr aus teils widersinnigen, teils unausgegorenen Planungen zu geraten. Da wollen sich im ersten Obergeschoss, dessen Bedeutung als Schnittstelle zwischen den Museen unter dem Dach und der Event-Ebene im Parterre kaum zu überschätzen ist, die Fachbibliothek der Ethnologen und das Tonarchiv der Humboldt-Uni die Hand zum wissenschaftlichen Spezialisten-Tango reichen. Daneben möchte die Universität auf tausend Quadratmetern zeigen, ‚mit welchen Fragen sich Forscherinnen und Forscher rund um den Globus im Dialog miteinander befassen‘.“

Kilbs Fazit: „Es sind Gedankenblasen ohne Substanz und Institutionen ohne Zugkraft, die hier zusammentreffen, und die Lage wird dadurch nicht besser, dass der Rohbau des Schlosses seit acht Monaten fertig ist und der Innenausbau unaufhaltsam fortschreitet. Es ist, als würden in einem Haus die Leitungen verlegt und Heizkörper eingebaut, bevor überhaupt feststeht, wo sich Wohnung, Schlafzimmer, Küche und Bad befinden werden.“

Andreas Kilb beschwört das kulturelle Erbe: „Die Humboldts waren Wissenschaftler, Politiker, Reformer und Abenteurer. Und sie waren Preußen. Das alles muss im Humboldt-Forum zu sehen sein – und das Preußische zuallererst. Es ist ja nicht irgendeine Tradition, an die hier angeknüpft wird, sondern die beste und wertvollste, die aus den letzten zweihundert Jahren deutscher Geschichte übrig blieb. Wenn dafür eine Fachbibliothek zurückstehen, ein Tonarchiv ein anderes Domizil suchen und das Land Berlin auf einen Teil seiner gargantuesken Platzansprüche verzichten muss, ist das kein zu hoher Preis.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare