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Getreue des Machthabers Assad sollen mit Oppositionellen eine Nachkriegsordnung für Syrien aushandeln.

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Europas Trumpf

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Deutschland und die anderen EU-Staaten haben erst wieder Einfluss in Syrien, wenn der Wiederaufbau des Landes finanziert werden soll. Ein Kommentar.

Deutsche, britische und französische Diplomaten sind um eine Lösung des seit acht Jahren währenden Krieges in Syrien bemüht. Sie setzen weiter auf Diplomatie. Dass in dieser Woche am UN-Sitz in Genf erstmals das syrische Verfassungskomitee zusammenkam, in dem Getreue des Machthabers Assad mit Oppositionellen eine Nachkriegsordnung für Syrien aushandeln sollen, belegt diese Bemühungen.

Die Gespräche in Genf hätten jedoch mehr Aussicht auf Erfolg, wenn sich jetzt nicht im Zuge des chaotischen US-Abzugs die Machtverhältnisse in Syrien so klar zugunsten Assads verschieben würden. Der Diktator ist auf bestem Wege, seine Macht im gesamten syrischen Staatsgebiet wiederherzustellen. Teilen muss er sie mit Russen und Iranern.

Die Groko und die Außenpolitik: Strategie statt Patzer

Er muss internationalen Einfluss kaum fürchten und tut dies auch nicht. So erklärt sich auch Assads offen vorgebrachte Geringschätzung für den Genfer Verfassungsprozess. Ein Hebel aber bleibt den Europäern, um Assads Einfluss bei der Neuformung Syriens zu bändigen: Ohne ihre Hilfe wird der Wiederaufbau kaum möglich sein. 

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