Der an Land gespülte Leichnam von Alan Kurdi.
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Der an Land gespülte Leichnam von Alan Kurdi.

Verrat

Seenotrettung: Tod von Alan Kurdi - Europa zeigt die kalte Schulter

  • Karin Dalka
    vonKarin Dalka
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Seit dem Tod des Jungen Alan Kurdi vor fünf Jahren im Mittelmeer sind Tausende weitere Menschen ertrunken. Die EU verrät damit ihre eigenen Werte. Der Kommentar.

Wer kennt nicht seinen Namen? Nach dem zweijährigen syrischen Flüchtlingsjungen Alan Kurdi, dessen Leiche vor fünf Jahren an der türkischen Küste angespült wurde, ist ein deutsches Seenotrettungsschiff benannt. Mahnwachen haben gestern an sein Schicksal und das der zahllosen Menschen erinnert, die im Mittelmeer ihr Leben verlieren. Alan Kurdi ist also nicht vergessen. Wenigstens das.

Ein schwacher Trost. Denn es ist unerträglich zu wissen: Die weltweite Trauer über den Tod des Jungen sind nahezu folgenlos geblieben. Das massenhafte Sterben von Flüchtlingen im Mittelmeer geht weiter.

Europa zeigt ihnen die kalte Schulter. Mehr noch: Die EU schottet sich immer perfekter ab. So drängt die Grenzschutzagentur Frontex Flüchtlingsboote zurück. Eine humane Asylpolitik ist nicht in Sicht. Und die internationalen Versuche, den Krieg in Syrien zu beenden, sind bestenfalls halbherzig. An Alan Kurdi zu erinnern, heißt deshalb auch, das Bewusstsein um diesen Skandal wachzuhalten. Auch dafür steht sein Name. Vergessen wir das nicht!

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