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Anreise zum EU-Afrika-Gipfel. Angela Merkel verlässt den Flieger in Abidjan.

EU-Afrika-Gipfel

Europa schaut zu

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Die Europäer zeigen beim Thema Flüchtlinge, wie wenig sie sich ihren humanitären Werten verpflichtet fühlen. Entscheidend ist nur, dass die Migranten aufgehalten werden.

An schönen Worten und Absichtserklärungen hat es vor dem Gipfel der Europäischen und Afrikanischen Union nicht gemangelt. Die Europäer sind natürlich daran interessiert, dass sich afrikanische Länder erholen. Ein zentrales Motiv der Europäer ist dabei aber nicht etwa Altruismus, sondern die ungeregelte Migration über das Mittelmeer möglichst zu verhindern. Fluchtursachen bekämpfen heißt das Mantra der europäischen Politik. Dagegen kann niemand ernsthaft etwas einwenden.

Eine zentrale Rolle wird erneut Libyen spielen, das wichtigste Transitland für Flüchtlinge. Gerade das Beispiel Libyen zeigt aber, wie weit Europa zu gehen bereit ist und wie wenig es sich seinen humanitären Werten verpflichtet fühlt. Hunderttausende Menschen sitzen dort fest, sie werden misshandelt, missbraucht und gefoltert.

Europa schaut dabei nicht nur zu, sondern will die Zusammenarbeit mit dem de facto zerfallenden Staat noch ausbauen, um Migranten aufzuhalten. Entscheidend ist am Ende nur, dass weniger Menschen es schaffen, nach Europa zu kommen.

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