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Europa muss investieren

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Von: Frank-Thomas Wenzel

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Die Europäer müssen Chipfabriken bauen, müssen Forschung und Entwicklung voranbringen, damit Engpässe bei Halbleitern beseitigt werden und die Digitalisierung nicht ins Stocken gerät

Was sich in der Halbleiter-Industrie abspielt, ist ein Lehrstück in Sachen Industriepolitik. Die Lieferengpässe sind so gravierend, dass Volkswirte den für die zweite Jahreshälfte prognostizierten Konjunktur-Aufschwung in Gefahr sehen.

In den 90er Jahren waren europäische Firmen wie Nokia, Siemens und Ericsson die weltweit führenden Firmen in der Mobilfunkbranche. Als sich der Wettbewerb verschärfte, verschwand ein Teil davon. Die neuen Branchengrößen sind in Asien zu Hause. Auch wegen massiver staatlicher Subventionen.

Die Verantwortlichen in den nationalen Regierungen und in der EU-Kommission vertrauten darauf, dass die „Märkte“ das schon regeln. Sie irrten. Der Knowhow-Rückstand bei Hochleistungs-Chips ist immens.

Es braucht deshalb gigantische Subventionen (mindestens acht Milliarden Euro), um allein zwei Chipfabriken auf dem Alten Kontinent anzusiedeln. Das wird nicht genügen. Es muss in Forschung und Entwicklung investiert werden, um mitzuhalten. Eine europaweite Aktion ist nötig, am besten mit dem Geld aus dem EU-Wiederaufbaufonds. Gelingt das nicht, entsteht eine Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung: Das, was Digitalisierung genannt wird, hat erst begonnen – der Bedarf an Chips wird steigen.

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