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Geld für Impfstoff-Entwicklung: Europa muss dranbleiben

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Es ist gut, wenn die EU Geld für die internationale Corona-Hilfe sammelt, es wäre aber schlecht, wenn es bei diesen Gesten bleibt. Der Kommentar.

Nach Ausbruch der Ebola-Epidemie 2014 beeilte sich die US-Regierung, ein Bündnis gegen die Seuche zu schmieden. Amerika ging voran – viele folgten. Europäer, Chinesen und Südamerikaner halfen mit Geld und Personal. Erst diese internationale Allianz bekam das Virus in den Griff.

In der Corona-Krise ist vom Führungsanspruch Amerikas nichts mehr übrig. Jeder kämpft für sich. Weil die Kluft zwischen armen und reichen Staaten gewaltig ist, droht dieser Kampf um Tests, Medikamente und Impfstoff brutal zu werden.

Gut, dass die Europäer versuchen, etwas von der Leerstelle zu besetzen, die die USA unter Führung von Donald Trump hinterlassen. Die von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einberufene Geberkonferenz zur Erforschung und gerechten Verteilung eines Corona-Impfstoffs setzt ein Zeichen der Solidarität. Leider deutet der US-Präsident die Suche nach einem Impfstoff als nationalen Wettstreit.

Doch Gesten allein richten nichts gegen das Virus aus. Das zugesagte Geld muss bei den Ärmsten ankommen. Kreative Buchführung bei der Anrechnung von Spenden muss verhindert werden. Soll die Geberkonferenz nicht als PR-Nummer verpuffen, muss ihr rasch eine öffentliche Bestandsaufnahme folgen. Europa muss jetzt dranbleiben.

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