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Während die Politik weiter über die Aufnahme von Geflüchteten streitet, kämpfen Hilfsorganisationen weiter für die Seenotrettung. In Paris kündigten Francois Thomas (SOS Mediterranee) und Joanne Liu (Ärzte ohne Grenzen) einen Neustart der Einsätze im Mittelmeer an.

Flüchtlinge

Europa und Geflüchtete: Es passiert zu wenig - und vieles zu spät

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Einigt sich Europa über die Verteilung der Bootsflüchtlinge? Es wäre ein Erfolg - aber der Dimension des Problems würde dies nicht gerecht.

Vielleicht schaffen sie es ja noch, die sogenannten Willigen in Sachen Flüchtlingsverteilung. Geeinigt haben sie sich zwar auch am Montag beim Ministertreffen in Paris nicht, aber immerhin Fortschritte meldet Außenminister Heiko Maas.

Allerdings: Die Lösung, so begrüßenswert sie wäre, bliebe weit hinter der Dimension des Problems zurück. Zum einen ist eine Einigung ja überhaupt nur denkbar, weil Europa die Zuwanderung weitgehend ausgelagert hat an die Türkei oder afrikanische Länder, die einen Großteil der Flüchtenden gegen Geld von den Grenzen der EU fernhalten. Für die Bootsflüchtlinge einen Verteilmechanismus zu finden, ist angesichts der geringeren Zahlen viel leichter geworden. Auch wenn viele in der EU so tun, als wäre es eine Überforderung.

Die Reform des Dublin-Systems, das die Geflüchteten den Staaten mit EU-Außengrenzen überlässt, ist damit erst recht noch nicht erreicht. Gerade Deutschland hat dieses System viel zu lange verteidigt. Angela Merkels Erkenntnis, dass es „eine Reihe von Fragen aufwirft“, kommt spät. Vielleicht zu spät.  

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