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Italiens Innenminsiter Salvini, hier bei einer TV-Sendung, gibt sich als stolzer Katholik und missachtet doch christliche Werte.

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Sterben lassen ist ok, aber retten wird bestraft?

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Die italienische Regierung hält sich gegenüber Flüchtlinge weder an die Wert der EU noch an Seerecht. Trotzdem ist sie nicht alleine Schuld an dem Drama um die Sea-Watch 3. Der Kommentar.

Eine Schiffskapitänin rettet 40 Menschen vor dem Ertrinken, steuert nach Wochen des Darbens auf hoher See einen Hafen an – und wird dafür bestraft. Die Festnahme der Kielerin Carola Rackete durch italienische Behörden offenbart die Kälte, Brutalität und Unrechtmäßigkeit, die sich Europas Politiker im Umgang mit Geflüchteten erlauben. Rackete hat in dieser dunklen Nacht zu Samstag Europa einen Spiegel vorgehalten. Der Anblick ist zum Schämen.

Italiens rechter Innenminister Salvini, stolzer Katholik, missachtet beides: das christliche Gebot der Nächstenliebe ebenso wie das internationale Recht. Dieses verpflichtet zur Seenotrettung. Mit Salvinis Lega-Partei in der Regierung driftet Italien weit weg von jenen Werten, die Europas Politiker in ihren Sonntagsreden so gern beschwören.

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Und doch macht es sich zu leicht, wer alle Schuld am Drama um die Kapitänin Rackete in Rom sieht. Seit Jahren helfen sehr viele Italiener den Ankommenden aus Afrika, wo sie nur können. Allein aber kann Italien – ebenso wenig wie Griechenland oder auch Spanien – die Migration übers Mittelmeer nicht bewältigen. Ganz Europa ist gefordert. Aber Europa schaut weg.

Die Sea-Watch-Kapitänin schaute hin, sie fuhr aufs Mittelmeer. Es sind nicht Leute wie Carola Rackete, die Menschen zur Flucht bewegen. Es sind Armut, Gewalt und skrupellose Menschenhändler. Auch heute treibt gewiss irgendwo vor der Küste Nordafrikas ein Boot mit Notleidenden im Meer. Ohne dass jemand davon Notiz nähme, weil Rettungsmissionen tabu sind. Erst an Bord von Helfern wie der Sea-Watch werden die Leidenden für uns sichtbar. Die umgehende Kriminalisierung der Retter und Geretteten soll abschrecken, sie soll aber auch das schlechte Gewissen des Publikums entlasten.

Sterben lassen ist ok, aber retten wird bestraft? Das kann, das darf Europa nicht wollen.

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