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Seit Jahren klagen EU-Innenminister darüber, dass das Schleppergeschäft ein Milliardenmarkt ist, den sie bekämpfen wollen.

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Essex: Es sind Europas Tote

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39 tote Menschen. Die wenigen verfügbaren Informationen legen nahe, dass es sich um Opfer von Menschenschmuggel handelt. Schuld ist die verfehlte Zuwanderungspolitik der EU. Ein Kommentar.

Tragödie ist ein viel zu schwaches Wort für das, was in Essex in Großbritannien bekanntgeworden ist: In einem Container fand ein Rettungsdienst in der Nacht auf Mittwoch 39 tote Menschen. Wer sie waren, was sie sich in der EU erhofften, wie sie starben – das war zunächst nicht bekannt. Die wenigen verfügbaren Informationen legen nahe, dass es sich um Opfer von Menschenschmuggel handelt.

Es sind Europas Tote. Seit Jahren klagen EU-Innenminister darüber, dass das Schleppergeschäft ein Milliardenmarkt ist, den sie bekämpfen wollen. Doch mit ihrer bisherigen Migrations- und Flüchtlingspolitik erreichen sie das Gegenteil: Die immer höheren Mauern an ihren Grenzen, die immer rigideren Kontrollen innerhalb sowie das Festhalten am unsinnigen Dublin-System lassen den Markt der Schmuggeldienstleistungen florieren. Begehrte Ware steigt im Preis.

Wie viele Tote wird es noch geben?

Wenn die EU-Innenminister mit demselben Eifer, mit dem sie die Abschottung betreiben, mehr sichere Wege, eine zeitgemäße Zuwanderungspolitik und ein Asylsystem, das seinen Namen verdient, aushandeln würden, dann würde die Nachfrage nach illegalen Einreisen sinken. Wie viele Menschen müssen noch sterben, bis die Einsicht über die falsche Migrationspolitik durchdringt?

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