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Erste gute Schritte

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Von: Kristina Dunz

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Bundeskanzler Olaf Scholz mit Narendra Modi, Premierminister von Indien, zu Beginn eines bilateralen Treffens.
Bundeskanzler Olaf Scholz mit Narendra Modi, Premierminister von Indien, zu Beginn eines bilateralen Treffens. © Sven Hoppe/dpa

Der Bundeskanzler agiert klug: Gemeinsam mit anderen G7-Staaten versucht er große Demokratien wie Indien und Südafrika für eine gemeinsame Position gegen Russland zu gewinnen.

Es ist eine kluge Strategie des Bundeskanzlers, beim G7-Gipfel in Elmau auch die Staats- und Regierungschefs von fünf Demokratien zu empfangen, die sich nicht mit Russland überwerfen wollen. Europa ist für Indien, Senegal, Südafrika, Argentinien und Indonesien weit weg und damit auch Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine, durch den sie keine militärische Bedrohung fürchten müssen, sondern Hunger, noch mehr Armut und Unruhen.

So unbarmherzig das klingt: Wenn die Ukraine als Kornkammer für die Welt ausfällt, erschüttert das den Senegal mehr als die Bomben auf Kiew. Und es gibt keine so starken Bande zwischen Europa und Afrika, Asien und Südamerika, dass es schnell zu großer Solidarität bei Sanktionen gegen Moskau kommt. Europa ist schließlich als ein Wirtschaftsraum bekannt, der sich zuerst um seinen eigenen Profit kümmert.

Aber auch wenn es in Elmau noch nicht zur großen Verbrüderung kommt – Scholz geht mit seiner Idee von einer neuen Weltordnung voran: Er will Demokratien zusammentrommeln gegen Russland – und auch gegen China. Fast alle G7-Staaten wollen Peking mit einer Investitions-Initiative für ärmere Länder Konkurrenz machen. Mag auch dieser G7-Gipfel wieder teuer und nicht klimabewusst sein – eine Quatschbude ist er nicht.

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