Erst wählen, dann streiten

Das Brexit-Gekrampfe hat schon genug Schaden angerichtet

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Großbritannien wählt neu, und das ist auch gut so. Aber der Schaumschläger Boris Johnson wird schon dafür sorgen, dass der Streit weitergeht - wenn er gewinnt. Der Kommentar.

Endlich hat sich das britische Parlament zusammengerissen und Neuwahlen beschlossen. Es war höchste Zeit, das Brexit-Gekrampfe hat schon genug Schaden angerichtet. Das Vertrauen der Menschen in den britischen Parlamentarismus, in die Demokratie selbst hat arg gelitten. Aber so funktioniert Demokratie: Wenn die Volksvertreter nicht in der Lage sind, eine Entscheidung von so historischer Bedeutung zu fällen, dann muss sich das Volk eben neue Vertreter suchen.

Sollte das Brexit-Drama demnächst auf die eine oder andere Weise beendet sein, können Großbritannien und die EU erst einmal aufatmen. Doch dann sind die zukünftigen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU zu klären. Das wird erst recht Nerven kosten.

Sollte Boris Johnson die Wahl gewinnen, dann weiß zumindest die EU, womit sie rechnen muss: Der Mann ist ein Schaumschläger, auf dessen Wort man sich besser nicht verlässt. Es wäre gut, wenn Brüssel ihm beizeiten klarmachte: Die EU kann eher ohne Großbritannien überleben als das Vereinigte Königreich ohne Kontinentaleuropa. 

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