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Muslime werden stärker abgelehnt als früher.
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Muslime werden stärker abgelehnt als früher.

Ausländerfeindlichkeit

Erst Nutzen, dann Würde

  • Ursula Rüssmann
    VonUrsula Rüssmann
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Die bürgerliche Mitte fühlt sich wieder sicherer – das wirkt sich positiv auf ihre Ansichten zur Demokratie und zu Migranten aus. Doch die positive Entwicklung hat eine Schattenseite. Ein Kommentar.

Die Wissenschaftler der Universität Leipzig machen die gute Wirtschaftslage in Deutschland als zentrale Ursache dafür aus, dass rechtsextreme Einstellungen unter den Bürgern derzeit rückläufig sind. Die bürgerliche Mitte, bei der die Banken- und Finanzkrise starke Existenzängste verursacht hatte, fühlt sich wieder sicherer – das wirkt sich positiv auf ihre Ansichten zur Demokratie und zu Migranten aus. Eine erfreuliche Entwicklung.

Doch eine mit Schattenseite. Wenn es erst satter Wachstumsraten und fetter Exporterlöse bedarf, um die Mehrheit menschenfreundlich zu stimmen, dann ist die Abkehr von rechtsextremem Denken konditioniert. Dann fehlt noch das Wichtigste, nämlich das bedingungslose, in Herz und Hirn der Mehrheit eingebrannte Ja zur gleichen Würde aller Menschen – immerhin unserem obersten Verfassungsgrundsatz. Doch mit dieser Art der Verfassungstreue ist es schlecht bestellt. Das zeigt sich auch darin, dass jeder achte Befragte findet, es gebe „wertvolles und unwertes Leben“; und dass Gruppen wie Roma und Muslime stärker als früher abgelehnt werden.

Wer uns was bringt, der ist okay – Nützlichkeit vor Menschenwürde: Ein gefährliches Einstellungsmuster hat sich festgesetzt, trotz Wirtschaftshoch. Das ist die eigentliche, erschreckende Botschaft der Studie.

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