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Die vielen Fälle von Gewalt gegen Frauen empören viele.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat einen ernüchternden Bericht des Bundeskriminalamts (BKA) zur Gewalt in der Partnerschaft vorgestellt. Demnach gab es knapp 140.000 Fälle von Partnerschaftsgewalt im vergangenen Jahr. 141 Frauen und 32 Männer wurden dabei getötet.

Die „Rhein-Zeitung“ findet: „Die Zahl ist unfassbar, ja schockierend. Jeden zweiten oder dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von einem Mann getötet, der bis dato vorgab, ihr Partner zu sein. Der Feind steht im Wohnzimmer. Und das ist mitnichten ein Privatproblem. Frauen brauchen Schutz gegen Gewalt durch den vermeintlichen Partner, sie brauchen ein schnell funktionierendes Alarm- und Hilfesystem.“

Die „Märkische Oderzeitung“ schreibt: „Die Metoo-Debatte hat gezeigt, wie verbreitet sexuelle Übergriffe im Arbeits- und Alltagsleben sind. Aber sie hat in den Hintergrund gedrängt, dass Frauen daheim oft noch Schlimmeres widerfährt. Die Ehe, die Beziehung: Privatsache. Aber häusliche Gewalt ist keine. Das ist leicht gesagt. Sich einzumischen, ist viel schwerer. Wie verhält man sich, wenn man die Nachbarin im Hausflur trifft, die eine Sonnenbrille und einen Schal trägt, damit niemand ihr zerschlagenes Gesicht sieht? Aber das Mindeste zu tun, ist nicht so schwer. Solidarität mit dem Opfer zu zeigen und dem Schläger damit klarzumachen, es wird nicht weggeschaut.“

Die „SZ“ meint: „Eine Debatte gibt es, wenn Menschen mit Migrationshintergrund die Täter sind. Dabei ist Gewalt gegen Frauen kein eingewandertes Problem. Mehr als zwei Drittel der Tatverdächtigen in Fällen häuslicher Gewalt sind Deutsche. Es geht nicht um die Herkunft der Täter, sondern darum, dass sie Männer sind. Es braucht mehr Geld für Frauenhäuser. Es braucht aber vor allem Aufklärungsarbeit.“

„Die Welt“ führt aus: „Was nach dem Strafgesetzbuch in Deutschland eine Straftat ist, ist es im Gesetzbuch der Muslime, dem Koran, nun mal nicht. Die ungehorsame Frau zu schlagen, ist im Islam ein Gebot Gottes. Die Ministerin will zur Linderung des Leids Frauenhäuser bauen. Eine gute Sache, aber keine Lösung.“

Die „taz“ kritisiert: „Gewalt gegen Frauen – das betrifft immer nur die anderen (Staaten). Aus einer kulturell scheinbar überlegenen Position heraus ist es hierzulande kaum Thema, dass die physische und psychische Gesundheit und die Rechte von Frauen so verletzt werden. Vielleicht passiert mal ein ‚Eifersuchtsdrama‘ im privaten Schlafzimmer – aber das nur, weil der Täter so darunter litt, dass seine Frau ihn verlassen wollte. Als Frauenmord wird das nicht bezeichnet. Über Gewalt muss endlich umfassend aufgeklärt – und die Täter müssen bestraft werden. Dass Frauen Angst um ihr Leben haben, weil sie Frauen sind, ist Alltag im Deutschland des Jahres 2018.“

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