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„Die Toten mahnen“, steht auf diesem Gedenkstein in Brandenburg.

Kommentar

Erinnern ist nicht genug

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Man muss sich keine Sorgen um unsere Erinnerungskultur machen. Doch eines konnte sie nicht: verhindern, dass Nationalismus und Rassismus erstarkt sind. Unser Kommentar.

Die Reden und Veranstaltungen am Holocaust-Gedenktag haben gezeigt, wie sehr die Lehre aus Faschismus und Krieg „Nie wieder“ variiert werden kann. Denn egal, wie steif oder lebendig, wie ritualisiert oder unkonventionell jemand gedachte, einig waren sich alle, dass Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit keinen Raum haben dürfen.

Man muss sich also keine Sorgen machen um unsere Erinnerungskultur. Man muss sich auch keine Sorgen machen, dass es gelingen wird, an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern, auch wenn die Zeitzeugen bald nicht mehr von den Gräuel berichten können. Noch hat jede Generation seit Ende des Zweiten Weltkriegs auf ihre Art den Zivilisationsbruch benannt und verurteilt - trotz aller Widerstände.

Das hat zwar nicht verhindert, dass Nationalismus und Rassismus wieder erstarkt sind, hat nicht verhindert, dass inzwischen bei Gedenkreden manche Volksvertreter demonstrativ den Saal verlassen – wie zuletzt bei Charlotte Knobloch vor dem bayerischen Landtag oder, dass Volksvertreter zur ritualisierten Kranzniederlegung „nicht willkommen“ sind – wie AfD-Abgeordnete in Buchenwald. Aber all das zeigt nur, wie viel noch zu tun ist - jenseits von Gedenktagen.

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