Bewaffnete Drohnen

Ergebnisoffen ist anders

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Das Verteidigungsministerium hätte die Diskussion über bewaffnete Drohnen nicht so einseitig organisieren sollen, weil das Thema eine ernsthafte Debatte verdient - von allen Seiten. Ein Kommentar.

Das Verteidigungsministerium hat sich bei der Debatte über die Anschaffung von bewaffneten Drohnen festgelegt und zeigt das auch. Zum Auftakt der Diskussion lud das Ministerium zwar auch zwei skeptische Theologen und einen friedensbewegten Anwalt aufs Podium. Um sicherzustellen, dass das Ja zur Drohne auch wirklich gehört wird, traten aber mehr Befürworter auf.

Bedauerlich ist daran, dass versucht wird, in einer wichtigen Debatte zu dominieren statt zu überzeugen. Das gilt auch für die Positionierung des Bundeswehr-Verbands, wonach die Gegner einer bewaffneten Drohne die nächsten toten Soldaten im Einsatz zu verantworten hätten.

Mit dieser Logik ließen sich viele Rüstungsgüter kaufen – irgendetwas schießt immer besser. Das verdeckt, dass gute Gründe für die Drohnen sprechen, allen voran deren schnelle Einsatzmöglichkeit und im Vergleich zu anderen Distanzwaffen präzisere Trefffähigkeit. Und es spricht den Zweiflern die Ernsthaftigkeit ihrer ebenso nachvollziehbaren Bedenken ab. Das Thema Drohnen aber hat eine ernsthafte Debatte verdient – von allen Seiten.

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