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Kindesmissbrauch: Opfer müssen besonders geschützt werden. (Symbolfoto)

BKA-Bildfahndung

Erfolgreicher Tabubruch

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Polizei und Medien haben das Foto eines offenbar missbrauchten Kindes veröffentlicht - und prompt den Täter gefunden. War der Tabubruch berechtigt? Ein Kommentar.

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Montag ein Tabu gebrochen – und viele Medien, auch die FR, haben mitgemacht. Die Ermittler stellten Fotos eines Verbrechensopfers zur Verfügung, die bis zum späten Abend auf Hunderten von Onlineseiten zu sehen waren. Dabei sprachen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen gegen die Veröffentlichung. Zumal Kinder wie das missbrauchte Mädchen aus Niedersachsen besonders davor geschützt werden müssen, öffentlich zur Schau gestellt zu werden.

Am Tag danach muss man dennoch sagen: In diesem Einzelfall haben Ermittler und Medien richtig gehandelt. Polizei und Staatsanwaltschaft haben keinen anderen Weg gesehen, das Mädchen zu finden. Dem Kind, so muss man befürchten, wurde unendliches Leid angetan. Durch die Öffentlichkeitsfahndung, die nach wenigen Stunden Erfolg hatte, wurde das Martyrium beendet.

Nun mag unter manchen Kriminalisten die Verlockung groß sein, öfter zu diesem Mittel zu greifen. Durch Facebook und Twitter verbreiten sich Fahndungsfotos rasend schnell. Das verspricht rasche Aufklärung. Doch das Gesetz setzt der Veröffentlichung von Fotos – sei es von Tatverdächtigen oder von Opfern – enge Grenzen. Dabei muss es bleiben. Trotz des jüngsten Erfolges.

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