Naher Osten

Erfolg, kein Fortschritt

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Israel hat den Islamischen Dschihad zwar geschwächt, ist aber mit der Militäraktion einer Lösung des Konflikts keinen Schritt näher gekommen. Ein Kommentar.

Die blutige Auseinandersetzung zwischen Israel und der Palästinenser-Miliz Islamischer Dschihad hat wieder gezeigt, wie verworren die Bündnisse in dem Konflikt sein können. Die israelische Armee wollte vor allem den Dschihadisten-Anführer Baha Abu al-Atta eliminieren. Israel macht ihn für Raketenangriffe verantwortlich. Damit war zudem das Signal in Richtung Iran verbunden, den Einfluss auf die Dschihadisten zurückzufahren.

Israel konnte dabei darauf setzen, dass die Hamas sich mehr oder weniger heraushält. Zum einen hat der Islamische Dschihad sich im Gaza-Streifen ausgebreitet. Doch das ist das Hoheitsgebiet der Hamas. Zum anderen scheut die Hamas derzeit einen offenen Konflikt mit Israel, weil die Hamas wiederum von den Lockerungen für den Gaza-Streifen profitiert, die Israel erlassen hat. Genauso wichtig ist die politische Annäherung der Hamas an die Fatah. Die rivalisierenden Gruppen suchen einen Termin für die Parlamentswahlen in den palästinensischen Gebieten.

Diese Situation hat Israel genutzt, um führende Köpfe ihrer Gegner auszuschalten und damit den Islamischen Dschihad zu schwächen. Trotz dieses Erfolgs ist die israelische Regierung einer Lösung des Konflikts allerdings keinen Schritt nähergekommen.

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