Syrien

Erdogans Ultimatum

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Es sollte aufschrecken, wenn der türkische Präsident dem syrischen Diktator Assad droht und damit sein Land immer mehr in den Krieg im Nachbarland verstrickt. Ein Kommentar.

Der Krieg in Syrien droht eine neue Wendung zu nehmen. Denn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat dem Regime Baschar al-Assad ein Ultimatum gestellt. Die Türkei werde handeln, sollte sich das syrische Militär nicht noch im Februar von den türkischen Beobachtungsposten zurückziehen, Am Montag kam es zu Gefechten zwischen türkischen und syrischen Einheiten mit Toten auf beiden Seiten.

Erdogan hat mit diesem Vorstoß innenpolitisch erneut den starken Mann markiert. Mit dieser Strategie lenkt er bisher erfolgreich von wirtschaftlichen Problemen ab. Doch er muss immer neue starke Signale setzen. Das hat bereits fatale Folgen in der Türkei, aber auch in Syrien. Dorthin hat Erdogan seine Armee geschickt und damit Teile Nordsyriens völkerrechtswidrig besetzt.

Nun eskaliert Erdogan den Konflikt mit dem Ziel, Assads Armee und deren Verbündete Russland und Iran zurückzudrängen. Ein gefährliches Manöver. Zieht es doch die Türkei noch mehr in einen Krieg und noch mehr an die Seite der islamistischen Rebellen in Idlib. Das sind keine guten Nachrichten für niemanden.

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