Türkei

Erdogans Flirt mit der Atombombe ist gefährlich

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Der türkische Staatschef spricht über Atomwaffen für sein Land - was EU und Nato verhindern sollte. Der Kommentar.

Der Flirt des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan mit Atomwaffen sollte aufhorchen lassen. Zwar ist seine Erklärung, die Türkei müsse nuklear aufrüsten, wenn Israel, Iran und andere Nachbarn es ebenso täten, eine Reaktion auf die Kündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran durch Washington. Schon früher haben türkische Spitzenpolitiker erklärt, sie würden eine atomare Bewaffnung des Nachbarn Iran nicht hinnehmen.

Erdogans Drohung ist umso ungeheuerlicher, da die Türkei den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat. Die Absichten des Autokraten sind gefährlich. Nicht nur die Türkei, auch Saudi-Arabien will die Bombe, Israel hat sie bereits. Ein atomares Wettrüsten im Nahen Osten wäre ein Alptraum, den EU und Nato verhindern sollten.

Erdogans Flirt passt zu seiner ambivalenten Haltung zur Nato und den USA – vor dem Hintergrund des gescheiterten Putschs von 2016, dessen Drahtzieher er in Washington vermutet. Die russische S-400-Raketenabwehr wird nicht grundlos aufgestellt. Erdogans Handeln ist davon bestimmt, sich vor einem weiteren Angriff zu schützen, unabhängig von außenpolitischen Zusammenhängen. Sein möglicher Griff nach der Bombe ist umso beunruhigender.  

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