Die Türkei zeigt sich bisher unbeeindruckt von den militärisch präsenten Franzosen und den diplomatisch bemühten Deutschen.
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Die Türkei zeigt sich bisher unbeeindruckt von den militärisch präsenten Franzosen und den diplomatisch bemühten Deutschen.

Gasstreit

Die EU muss Erdogan stoppen – notfalls mit Sanktionen

  • Marina Kormbaki
    vonMarina Kormbaki
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Der türkische Präsident lässt sich im Gasstreit mit Diplomatie und militärischer Präsenz nicht aufhalten. Die EU könnte gezwungen sein, ihn mit Wirtschaftssanktionen zu drohen. Der Kommentar.

Als Nato-Mitglieder mögen Griechen und Türken Verbündete sein, doch von Provokationen und Konfrontationen hielt sie das nie ab. Der Streit um Erdgasvorkommen in der Region ist allerdings gefährlich.

Zum einen speist sich der Zwist um den Brennstoff aus wirtschaftlichem Druck. Neue Techniken ermöglichen die Förderung von tief lagerndem Gas. Vor allem Ankara erhofft sich, unabhängiger von Energieimporten zu werden. Präsident Erdogan verkündete zudem, sein Land werde zum Energieexporteur aufsteigen. Er vermittelt den Türken die Illusion, die Lösung ihrer ökonomischen Misere läge unter dem Grund des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres.

Außerdem ist niemand in Sicht, der zwischen Türken und Griechen deeskalieren könnte. In den zurückliegenden Jahrzehnten fiel diese Rolle den US-Amerikanern zu. Doch US-Präsident Trump ist kein Schlichter.

Europa ist auf sich gestellt. Doch die Türkei zeigt sich bisher unbeeindruckt von den militärisch präsenten Franzosen und den diplomatisch bemühten Deutschen. Außenminister Maas konnte sich in Athen und Ankara davon überzeugen, dass Appelle allein diesen Konflikt nicht entschärfen werden. Die EU darf die Debatte um Sanktionen gegen Ankara nicht länger scheuen.

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