Joe Biden hat noch einen langen Weg vor sich.
+
Joe Biden hat noch einen langen Weg vor sich.

US-Demokraten

Einheit ohne Euphorie

  • Karl Doemens
    vonKarl Doemens
    schließen

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Biden muss nach einem gelungenen Parteitag noch nachlegen, um Amtsinhaber Trump aus dem Weißen Haus zu jagen

Die US-Demokraten dürften mit ihrem Parteitag zufrieden sein. Ein Bild der Einheit und Geschlossenheit wollten sie den Menschen im Land vermitteln. Ohne Pannen, hitzige Kontroversen und Demonstrationen vor dem fast menschenleeren Kongresszentrum in Milwaukee ist ihnen das gelungen.

Acht Fernsehstunden des zivilisierten politischen Diskurses, der Rückbesinnung auf demokratische Werte und der Begegnung mit einem Kandidaten, der persönliche Integrität und Empathie ausstrahlt, sind in Zeiten der wütenden Twitter-Tiraden von Donald Trump schon eine Wohltat. Auch eindrucksvolle Reden bleiben in Erinnerung wie die Warnung von Ex-Präsident Barack Obama vor der Zerstörung der US-Demokratie.

Es bleibt das Dilemma der Demokraten: Sie brauchen ein breites Bündnis, um die Wahl im November zu gewinnen. Deshalb wollen sie das Publikum weder mit zu viel Inhalt noch mit allzu progressiven jungen Parteifreunden verschrecken. Doch mit der Ablehnung von Trump und etwas Obama-Nostalgie allein lässt sich kaum Euphorie erzeugen. Als Herausforderer wird Biden jenseits der Beschwörung von Anstand und Charakter Reformvorhaben vorlegen müssen. Er braucht gute Alternativen zu Trumps spalterischer Politik.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare