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Eine Farce mit Perspektiven

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Von: Johannes Dieterich

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Mugabes Geniestreich hat auch das westliche Ausland in die Bredouille gebracht. In Washington, London und Berlin ist man geneigt, den manipulierten Urnengang gemeinsam mit Tsvangirai als „Farce“ abzulehnen.

Mugabes Geniestreich hat auch das westliche Ausland in die Bredouille gebracht. In Washington, London und Berlin ist man geneigt, den manipulierten Urnengang gemeinsam mit Tsvangirai als „Farce“ abzulehnen.

Das einzig Überraschende an Robert Mugabes Wahlsieg ist die Wucht, mit der er sich ereignete. Niemand zweifelte daran, dass sich der 89-Jährige wie auch immer einen erneuten Triumph verschaffen würde. Dass er dermaßen total ausfiel, legt allerdings nahe, dass er womöglich doch nicht allein der Manipulation zuzuschreiben ist.

Die Bilanz des Herausforderers Morgan Tsvangirai, der in den vergangenen fünf Jahren als Premierminister amtierte, hat unter den Simbabwern nicht gerade das Vertrauen gestärkt, dass er das Land aus der Misere führen kann. Nun ist statt des greisen Autokraten der einstige Hoffnungsträger zur Fußnote der Geschichte geworden.

In der Bredouille

Mugabes Geniestreich hat auch das westliche Ausland in die Bredouille gebracht. In Washington, London und Berlin ist man geneigt, den manipulierten Urnengang gemeinsam mit Tsvangirai als „Farce“ abzulehnen. Doch die Tatsache, dass sowohl der mächtige Nachbar Südafrika als auch die Afrikanische Union den Wahlsieg bereits anerkannt haben, lässt diese Option als Abschied in die Irrelevanz erscheinen.

Als Kunst des Möglichen hat Politik die Chancen wahrzunehmen, die selbst fulminanten Pleiten innewohnen: Mugabes Triumph, der zu einer Entspannung des verbiesterten Greises und dessen vorzeitigem Abtritt führen könnte, birgt durchaus Möglichkeiten für einen Neuanfang.

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