Lindner in der Corona-Krise

Deutschland bräuchte eine kluge liberale Kraft - die FDP ist es nicht

Gerade in Corona-Zeiten bräuchte das Land eine kluge liberale Stimme, die sich besonnen dafür einsetzt, eingeschränkte Freiheiten wieder zurück zu bekommen. Ein Kommentar.

In Zeiten von Corona bräuchte das Land eine kluge liberale Kraft, die so besonnen wie entschieden die Debatte darüber führt, wann und wie wir Freiheiten zurückbekommen können, die in der Pandemie eingeschränkt wurden.

FDP-Chef Christian Lindner hat zwar Thomas Kemmerich zurechtgewiesen, nachdem dieser unter Verletzung der Abstandsregeln mit Verschwörungstheoretikern und AfD-Politikern für eine andere Corona-Politik demonstrierte. Doch fand Lindner dagegen in der Corona-Krise, wie zuvor schon bei den Klimaprotesten der Schüler von „Fridays for Future“, nicht den richtigen Ton. Er verstieg sich sogar zu der Behauptung, die Bundesregierung spreche zu den Bürgern „wie zu Kindern, die man im Unklaren lässt“.

Die Demokratie braucht einen Anwalt der Freiheit. Warum liegt die FDP in Umfragen trotzdem nur bei fünf, sechs Prozent? In Zeiten der Pandemie muss auch der Anwalt der Freiheit zeigen: Es gibt eine echte Abwägung von Freiheit und Gesundheit. Der Liberalismus Lindners kommt zu grob daher. Das Land braucht die FDP – aber eine andere.

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