Die UN sind nur so stark, wie ihre inzwischen 193 Mitglieder es zulassen.
+
Die UN sind nur so stark, wie ihre inzwischen 193 Mitglieder es zulassen.

Kommentar

Ein trauriger Geburtstag

  • Marina Kormbaki
    vonMarina Kormbaki
    schließen

Die UN haben seit der Gründung vor 75 Jahren viel erreicht, doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr verlieren mächtige Staatenlenker während der Corona-Krise den Willen zu mehr Zusammenarbeit. Ein Kommentar.

Aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs gingen die Vereinten Nationen hervor. Unter Führung der Siegermächte taten sich 50 Staaten im Jahr 1945 zusammen, um einen dritten Weltkrieg zu verhindern. 75 Jahre später, muss man feststellen: Das ist gelungen. Dazu kann man den UN gratulieren.

Und doch muten Lobpreisungen unpassend an. Die Welt ist in großer Unordnung. 80 Millionen Kinder, Frauen und Männer sind auf der Flucht, viele mehr leben in Armut und brutaler Unfreiheit. Falsch wäre es, dafür die UN verantwortlich zu machen. Die UN sind nur so stark, wie ihre inzwischen 193 Mitglieder es zulassen. Doch ausgerechnet den mächtigsten unter ihnen kommt der Wille zur Zusammenarbeit abhanden. Die Corona-Pandemie liefert hierfür ein akutes Beispiel.

Da wütet ein Virus ohne Rücksicht auf Grenzverläufe und ohne absehbares Ende – doch viele Nationen ziehen sich zurück. Wann erkennen Staatenlenker den Wert von Kooperation, wenn nicht im Angesicht einer Pandemie? Man muss hoffen, dass es zum 80. Geburtstag mehr Grund zum Feiern gibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare