USA

Eigener Schaden

  • Marina Kormbaki
    vonMarina Kormbaki
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US-Präsident Trump will mit einem Teilabzug von Soldaten aus Deutschland die Bundesregierung bestrafen, schwächt aber tatsächlich die eigenen Truppen. Ein Kommentar.

Überraschend kam sie nicht, die Ankündigung Donald Trumps, US-Truppen aus Deutschland abzuziehen. Der US-Präsident will dies als Strafe verstanden wissen – dafür, dass Deutschland bei den Militärausgaben geize und stattdessen Milliarden für russisches Gas nach Moskau überweise.

Allerdings nähme nicht Deutschland unmittelbar Schaden an einem US-Abzug, sondern Amerika selbst. Auch darum bleibt Berlin gelassen. Die Basis Ramstein ist der größte US-Stützpunkt außerhalb der USA und unabdingbar für die Einsätze der US-Armee im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika. Trump sägt an den Pfeilern jener globalen Sicherheitsarchitektur, die Amerikas Vormachtstellung erst ermöglicht hat. Dementsprechend skeptisch blicken US-Militärs, Diplomaten und viele Republikaner auf die Pläne ihres Präsidenten.

Die Bundesregierung tut gut daran, Trumps wahltaktisch motivierte Attacke auf Deutschland kühl zu parieren. Bis zur US-Wahl im November wird es wohl noch einige antideutsche Ausfälle geben. Allerdings ist ein sachlicher Umgang mit einem unsachlichen Präsidenten noch keine Strategie zur Verteidigung der eigenen Sicherheit. Die bleibt Deutschland und die anderen EU-Staaten schuldig. 

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