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Dummheit wird bestraft

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Von: Stefan Sauer

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Das Desaster.
Das Desaster. © dpa

Der Autokonzern Volkswagen hat für den amerikanischen Markt die Schadstoffwerte von Dieselautos manipuliert. Das Vorgehen ist nicht nur kriminell, es ist auch unglaublich dumm. Der Kommentar.

Der Autokonzern Volkswagen hat für den amerikanischen Markt die Schadstoffwerte von Dieselautos manipuliert. Das Vorgehen ist nicht nur kriminell, es ist auch unglaublich dumm. Der Kommentar.

Wie dumm kann ein Weltkonzern eigentlich sein? Offenbar ziemlich dumm. Volkswagen hat für den US-Markt die Schadstoffwerte von Dieselautos manipuliert, die hunderttausendfach ausgeliefert wurden. Das Risiko, erwischt zu werden, war mithin groß, zumal die Deutsche Umwelthilfe seit Jahren falsche Herstellerangaben zu Spritverbrauch und Schadstoffemissionen beklagt.

Der angerichtete Schaden ist immens. Da sind zuallererst Gesundheitsbelastungen durch Feinstaub und hochgiftiges Stickstoffdioxid zu nennen. Die hierfür vorgesehenen Grenzwerte werden in deutschen Städten regelmäßig überschritten, woran Dieselmotoren einen beträchtlichen Anteil haben.

Zehntausende Todesfälle

Das Max-Planck-Institut für Chemie geht von jährlich 35 000 Todesfällen in Deutschland aus, die auf das Konto des Feinstaubs gehen. Ein Unternehmen, das um besserer Verkaufszahlen willen Schadstoffwerte manipuliert, handelt kriminell. Auch betriebswirtschaftlich macht der Betrug keinen Sinn: Der Imageschaden übertrifft den vermeintlichen Nutzen der Manipulation, einige Tausend Autos in den USA zusätzlich abzusetzen, bei weitem. Hinzu kommen noch die Strafzahlungen. In einem vergleichbaren Fall stellte die US-Umweltbehörde EPA 1998 Ermittlungen gegen Ford ein – nachdem der Konzern einem Vergleich in Höhe von 7,8 Milliarden US-Dollar zugestimmt hatte.

Bleibt zu hoffen, dass VW aus diesem Schaden wenigstens ein wenig klüger wird.

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