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Trump versucht, die Wahrheit durch eine Lüge zu ersetzen.

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Düstere neue Welt

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Wenn es den USA nicht gelingt, den narzisstischen Autokraten Trump aus dem Weißen Haus zu jagen, stehen diesem Land finstere Zeiten bevor. Ein Kommentar.

Der Schriftsteller Aldous Huxley schildert in „Schöne neue Welt“ eine Zukunftsgesellschaft der totalen Manipulation und Indoktrination. Donald Trump versucht alles, um die Fiktion zu übertreffen. Ein US-Präsident, der das autoritäre Regime in Peking zur Einmischung in US-Wahlen auffordert? Der militärisch bedrohte Demokratien zum eigenen Nutzen erpresst? Der einem Whistleblower indirekt mit der Todesstrafe droht? So etwas hätte man noch vor kurzem als Drehbuch einer bitterbösen Polit-Satire für überzogen gehalten.

Doch Trump geht weiter: Er versucht, die Wahrheit durch eine Lüge zu ersetzen. In der Ukraine-Affäre wühlt er so viel Schlamm auf, dass das Wasser ganz trübe ist. Dann behauptet er, nicht er habe gegen demokratische Grundregeln verstoßen, sondern sein möglicher Herausforderer Joe Biden. Dafür gibt es keine Belege. Aber mit millionenschwerem Werbeaufwand hämmert Trump die Verleumdung in die Köpfe des Publikums. So wird der Milliardär, der seine Steuerunterlagen verbirgt und sein Amt zur Bereicherung nutzt, zum mutigen Vorkämpfer gegen die Korruption. Das ist infam. Und das ist möglicherweise sogar krankhaft. Wenn es den USA nicht gelingt, den narzisstischen Autokraten aus dem Amt zu jagen, stehen diesem Land finstere Zeiten bevor.

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