Kommentar

Drohungen helfen nicht

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Die USA und die Nato-Verbündeten müssen über eine Strategie nachdenken, mit der sie die Erdogan-Regierung wieder stärker einbinden können. Ein Kommentar.

Die angedrohten US-Sanktionen und die Kritik der Nato-Partner haben den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht davon abgehalten, sich das russische Luftabwehrsystem S-400 doch liefern zu lassen. Spätestens jetzt sollten die Trump-Administration und die europäischen Verbündeten darüber nachdenken, mit welcher Strategie sie die Erdogan-Regierung wieder stärker auf ihre Seite ziehen und aus der Isolation holen können, in die Erdogan die Türkei manövriert hat. Dreht Washington wie angekündigt einfach an der Sanktionsschraube, eskaliert der Streit weiter und am Ende verlieren alle - außer Russland.

Die US-Sanktionen werden die ohnehin wirtschaftlich angeschlagene Türkei weiter belasten. Der Westen hingegen droht einen schwierigen, aber wichtigen sicherheitspolitischen und ökonomischen Partner zu verlieren.

Leicht wird es nicht, einen Ausweg zu finden. Ankara zürnt, weil die USA den angeblichen Putschisten Gülen nicht ausliefern wollen und Washington in Syrien die Kurden unterstützt. Doch wer hat gesagt, dass Diplomatie einfach ist? 

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