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In dem Drama um Wikileaks-Gründer Julian Assange geht es längst um mehr als den umstrittenen Aktivisten.

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Drama um Wikileaks-Gründer Julian Assange: Gefahr für die Pressefreiheit

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Die zusätzlichen Anklagepunkte gegen Assange setzen auch Journalisten unter Druck.

US-Präsident Donald Trump diffamiert die Medien als „Feinde des Volkes“. Seine Justizbehörden bezichtigen einen Enthüller der Spionage, weil er Geheimdokumente veröffentlichte, die Verfehlungen von US-Soldaten belegen. In dem Drama um Wikileaks-Gründer Julian Assange geht es längst um mehr als den umstrittenen Aktivisten: Nicht weniger als die Pressefreiheit in den USA steht auf dem Spiel.

Es gibt Gründe, Assange als Person kritisch zu sehen. Durch die Nennung der Klarnamen von Zuträgern der US-Truppen gefährdete er Menschenleben. Und später lieferte er Donald Trump mit den von russischen Hackern gestohlenen Demokraten-Mails die Munition gegen Hillary Clinton. Ein Vorkämpfer der Freiheit und Transparenz ist er nie gewesen. Auch kein Journalist. Doch seine Methode unterscheidet sich nicht von der Arbeit investigativer Reporter. Die „New York Times“ hat 2010 ausgewählte Assange-Dokumente gedruckt. So erfuhr die Welt von den Folterungen in irakischen Gefängnissen.

Würde Assange in den USA als Spion verurteilt, könnte kein Enthüllungsjournalist mehr sicher sein, dass ihm nicht das gleiche droht, wenn er einen Skandal aufdeckt. Vor ein paar Jahren hätte man diese Warnung als Alarmismus abgetan. Unter Trump ist die Gefahr real.

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