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Donald Trump, für das Präsidentenamt untauglich?i

Impeachment

Donald Trump - Warum das Impeachment-Verfahren der einzig richtige Schritt ist

Donald Trump reagiert auf das Impeachment-Verfahren mit seiner üblichen peinlichen Großkotzerei.  Eine sehr subjektive Betrachtung des Satirikers Jörg Schneider.

Folgendes: Seit der römische Kaiser Caligula, seinerzeit ein nicht minder veritabler Einzelirrer, vor knapp 2.000 Jahren sein Lieblingspferd Incitatus zum Konsul ernannte, war wohl kaum ein politisches Amt – so man den Führer mal beiseite lässt und dem Pferd nicht zu nahe treten möchte - so dramatisch fehlbesetzt wie es momentan das des geistigen Oberbefehlshabers der USA ist. 

Denn selbst bei genauestem Stöbern wird man wohl kaum einen Menschen auf der Welt finden, der intellektuell, charakterlich und moralisch ungeeigneter für eine solche Machtfülle wäre als der Mann, den die Amerikaner 2016 zu ihrem ethischen Leitbild erhoben. Offen gestanden, fallen einem auf Anhieb sogar etliche Tiere, Pflanzen und Mineralien ein, die das wesentlich gehaltvoller hinbekämen. 

Donald Trumps Stellvertreter Mike Pence: debil grinsend, naiv frömmelnd

Und auch sein Stellvertreter Mike Pence, der stets ein wenig entrückt wirkt, wenn er an der Seite seines Chefs debil grinsend in seinem naiv frömmelnden Paralleluniversum vor sich hin dämmert, scheint nicht uneingeschränkt über die geistigen Kapazitäten zu verfügen, die für eine solche Position hilfreich, wenn nicht sogar unabdingbar wären.

Amtsenthebung von Donald Trump: Öffentliche Anhörungen beginnen 

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Doch wenn es sich die größte Wirtschaftsmacht der Welt leistet, ihre Führung einem sich selbst als stabiles Genie bezeichnenden, bizarren narzisstischen Egomanen mit der Souveränität, staatstragenden Besonnenheit, politischen Weitsicht und dem unerschütterlichen Verantwortungsbewusstsein eines cholerischen Sechsjährigen - und damit jemandem, den man als verantwortungsbewusster Erwachsener nicht mal in einen Bus setzen würde, ohne dem Fahrer vorher heimlich zuzuflüstern, wo er denn aussteigen müsse - anzuvertrauen, einem Mann also, der u.a. Belgien für eine großartige Stadt hält; die Schreibweise des Landes Wales mit der dicker Säugetiere verwechselt und im Gegensatz zu den ihn verwundert dabei beobachtenden Vorschulkindern nicht in der Lage ist, die Flagge des ihm weltanschaulich unterstellten Landes farblich korrekt auszumalen (dafür aber mit Filzstift Wetterkarten fälscht), der sich jedoch beharrlich ein sehr, sehr großes Gehirn attestiert, weil er bei einem Intelligenztest für Kleinkinder die Begriffe Elefant, Giraffe und Nashorn fehlerfrei den entsprechenden Bildern zuordnen konnte; der in einer Rede von einer Schlacht aus dem Jahre 1775 schwadronierte, in deren Verlauf die damaligen Revolutionäre tollkühn britische Flughäfen besetzten; der allen Ernstes die Überlegung anstellte, drohende Hurrikans durch Atombomben zu stoppen und, und, und … dann darf man sich auch nicht darüber wundern, wenn bzw. dass sich so jemand seinem Charakter und intellektuellen Fassungsvermögen gemäß aufführt.

Amtsenthebung Donald Trumps: wenig vielversprechend

Und jetzt also bringt der neueste Streich auf der schier endlosen Liste Trumpscher Lügen und Skandale das Fass offenbar tatsächlich zum Überlaufen und soll folgerichtig mit der Einleitung des allerdings wenig Erfolg versprechenden Impeachment-Verfahrens quittiert werden. 

Lesen Sie hier die aktuellen Entwicklungen zum Impeachment

Denn eine mögliche Amtsenthebung wird aller Wahrscheinlichkeit nach spätestens an der teflonbeschichteten republikanischen Mehrheit im Senat abtröpfeln und Trump ein solches Scheitern – wie immer widerlich parfümiert mit der üblichen peinlichen Großkotzerei aus seinem unerschöpflichen Eau-de-tourette-Flakon - nur einmal mehr als erneuten Beweis seiner Unantastbarkeit ausschlachten. Und doch ist die formale Einleitung des Impeachment-Verfahrens trotz aller drohenden Fallstricke der einzig richtige Schritt - und sei er auch nur symbolischer Natur.

Auf die argumentative Erreichbarkeit seiner Wähler hoffen

Zumal bei der rasanten Entwicklung der Dinge nicht abzusehen ist, welche Richtung ein solches Verfahren nehmen wird. Und vielleicht kommt im Laufe der Untersuchungen, Ausschüsse und Anhörungen (die sich durchaus bis über den kommenden Wahltermin ziehen könnten, so sie nicht vorzeitig im Vorgartensumpf des Weißen Hauses versickern) doch zumindest so viel Wahrheit ans Tageslicht, dass einige seiner argumentativ noch erreichbaren Wähler irgendwann ein Einsehen und genug von diesem „Präsidenten“ haben und dem ganzen Spuk einfach im November 2020 ein demokratisches Ende setzen. 

Denn selbst die bisherigen Erkenntnisse in der Ukraine-Affaire belegen ja – mal wieder - mehr als deutlich, dass dieser Mann ums Verrecken nicht zwischen seinen privaten Interessen und denen seines Amtes unterscheidet, unterscheiden will oder – und das steht zu befürchten! – unterscheiden kann. 

Windet Donald Trump sich in eine zweite Amtszeit?

Und sollte er sich tatsächlich in eine zweite Amtszeit winden, kann sich die Welt sicherlich auf einiges gefasst machen, denn dann müsste er sich nicht mehr um seine erneute Wiederwahl sorgen und könnte nur noch umso hemmungs-, scham- und skrupelloser herumirrlichtern als bisher. Falls er das Ärgernis mit den (verfassungsrechtlich gestatteten) zwei Amtszeiten dann nicht ohnehin zu kippen versucht.

Sei's drum. Wir leben nun mal in Zeiten von der klassischen Eleganz eines formvollendet tätowierten Arschgeweihs und vielleicht sehe ich die Sache ja auch ein klein wenig zu pessimistisch, denn ich muss fairerweise eingestehen – die findigsten Leser werden es vielleicht bereits subtil zwischen den Zeilen herausgepopelt haben -, hier auch nicht ganz objektiv zu sein, da meine ebenso langjährige wie abgrundtiefe Verachtung für diesen Mann und dessen Machenschaften langsam aber sicher schlichtweg die Grenze ihrer sprachlichen Vermittelbarkeit erreicht. 

Und trotz dieses intellektuellen Offenbarungseides wird man doch wohl noch mal (dem nicht nur juristisch komplett des Gesamtüberblicks verlustig gegangenen Volksurteilsvermögen entsprechend) seine Meinung sagen bzw. schreiben dürfen. Immerhin kam ja nicht mal Drecksfotze drin vor.

Ein Gastkommentar des Buchautors und Satirikers Jörg Schneider zur Lage der Dinge.

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