Donald packt seine Sachen und geht aus dem Presseraum des Weißen Hauses.
+
Donald packt seine Sachen und geht aus dem Presseraum des Weißen Hauses.

US-Wahl 2020

Was passiert, wenn Donald Trump die Wahl verliert

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
    schließen

Noch ist unklar, wer im November die Präsidentschaftswahl in den USA gewinnen wird. Was geschehen könnte, sollte Donald Trump abgewählt werden.

  • US-Wahlen 2020: Der amtierende Präsident Donald Trump liegt in Umfragen deutlich hinter Joe Biden
  • Was wird aus Donald Trump, wenn er am 3. November verliert? Und was machen die Republikaner?
  • Die USA nach der Ära Donald Trump: Die Spaltung setzt sich fort

Washington - Es ist der 03. November 2020. Die USA haben gewählt. Joe Biden ist designierter 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Florida, Michigan, Ohio, Pennsylvania, North Carolina – alle wichtigen „Swing States” gehen an den Herausforderer von Donald Trump. Das steht bereits am Abend des Wahltags fest, lange vor Auszählung der Briefwahlen, und mit einer Deutlichkeit, die juristisches Geschacher und Nachzählungen unnötig macht. Selbst Fox News gratuliert Biden zum Sieg.

Doch was bedeutet die Niederlage Donald Trumps? Was macht die republikanische Partei jetzt? Was wird aus dem Land und was aus der Familie Trump? Ein kleiner Ausblick in die Zukunft:

Donald Trump: Was machen die Republikaner nach seiner Niederlage?

In Donald Trumps Partei herrscht nach dessen Niederlage Chaos pur. Jahrelang haben sich fast alle republikanischen Abgeordneten im Senat und im Repräsentantenhaus gegenseitig mit ihrer Loyalität zu Donald Trump überboten. Immer in Hoffnung auf eine Erwähnung in einem Tweet Trumps an seine 84 Millionen Follower, viele davon Hardcore-Fans, die ihre Stimme nur davon abhängig machen, was Trump über den jeweiligen Kandidaten twittert. So entschied die Gunst des US-Präsidenten vielerorts über Sieg oder Niederlage.

Doch nun heißt es für die republikanischen Amtsträgerinnen und Amtsträger aus den hinteren Reihen: So schnell wie möglich so viel Distanz wie möglich zu Donald Trump herstellen. Twitter-Feeds werden von Angestellten panisch durchsucht und alle Erwähnungen von @realdonaldtrump gelöscht. Statements verbreitet, dass es immer nur um das Wohl der Partei ging, man falsch verstanden oder zitiert wurde.

Donald Trump: Bereits jetzt distanzieren sich die Republikaner

Die Fluchtbewegung hat bereits begonnen. Denn 2020 wird nicht nur über den US-Präsidenten abgestimmt, auch alle 435 Sitze des US-Repräsentantenhaus stehen zur Wahl. Donald Trumps miserable Umfragewerte sorgen in den Vorwahlkämpfen bereits für absurde Kehrtwenden.

Zum Beispiel in Texas: Sheriff Troy Nehls setzte sich in einem der Wahlbezirke Houstons, der Hauptstadt Texas, in den Vorwahlen unter anderem gegen Pierce Bush durch, Enkel des ehemaligen Präsidenten George H.W. Bush und Neffe des anderen, ehemaligen Präsidenten George W. Bush. Im Wahlkampf der letzten zwei Jahre inszenierte Nehls sich als überzeugter Trump-Anhänger. Nun, kurz vor der finalen Entscheidung, wer für die Republikaner antreten darf, sind alle Hinweise auf Donald Trump von Nehls‘ Website verschwunden. Mit keinem Wort wird der US-Präsident dort mehr erwähnt.

Donald Trump verliert und bei den Republikanern bricht der Machtkampf aus

Sollte Donald Trump (r.) die Wahl verlieren, wird es eng für Kevin McCarthy (l.) und Mitch McConnell

An der Parteispitze der Republikaner starten nach der Abwahl von Donald Trump die Diadochenkriege. Bündnisse werden geschmiedet, gebrochen, neu gebildet. Das dürfte vor allem für das Repräsentantenhaus gelten, sollte es den Republikanern dort nicht gelingen, die Mehrheit zurückzuerobern. Denn in der Opposition gibt es kaum Gründe für einen Waffenstillstand und jede Menge für einen Angriff auf die Spitze.

Laut dem US-Magazin „Politico“ hat der Machtkampf an der Parteispitze der Republikaner längst begonnen. „Wenn Donald Trump verliert und wir in der Minderheit sind, wird es ein verrücktes Durcheinander an der Spitze geben“, zitiert „Politico“ einen ungenannten Abgeordneten der Republikaner. „Es wird einen echten Kampf geben.“

Die Zukunft von Kevin McCarthy, den Donald Trump gerne „meinen Kevin“ nennt, Steve Scalise und Liz Cheney ist also mehr als unsicher. Die ersten beiden fahren die Strategie der größtmöglichen Nähe zu Donald Trump. Cheney distanziert sich vom Präsidenten. Das wiederum werfen ihr Trump-Vertraute wie Matt Gaetz mittlerweile sogar öffentlich vor. „Es wird dreckig“, prophezeit ein anderer ungenannter Republikaner.

Donald Trump: Was passiert mit den USA nach der Wahlniederlage?

Das Land bleibt gespalten. Joe Biden, der personifizierte kleinste gemeinsame Nenner, ist nicht der Richtige, um die Gesellschaft zusammenzuführen. Zu groß ist die Abneigung der Republikaner vor dem einstigen Verbündeten Barack Obamas. Und zu klein ist die Begeisterung in den eigenen Reihen über den Kandidaten, der am 20. November 78 Jahre alt wird und nach 50 Jahren politischer Arbeit kaum die Zukunft der Demokraten zu repräsentieren imstande ist.

Umso wichtiger wird seine Vizepräsidentin werden. Allein wegen Bidens Alter und seines Gesundheitszustands, der Anlass zu wilden Spekulationen bietet, wird ihre Rolle weitaus bedeutender ausfallen als die von Donald Trumps Grüß-August Mike Pence. Vielleicht wird sie in der Lage sein, die tiefen Wunden der Vereinigten Staaten zu versorgen.

Nach der Abwahl von Donald Trump: Was wird nur aus der Familie?

Für die Trumps ist die Niederlage des Patriarchen das frühe Ende des Traums einer Dynastie im Stile der Kennedys und der Bushs. Doch daraus wird nichts mehr. Donald Trump hat einfach zu viel verbrannte Erde hinterlassen, als dass die Partei in naher Zukunft eine/n andere/n Trump nominieren wird. Dennoch geht das Leben für die vielen Trumps weiter, und zwar so:

  • Ivanka Trump: Donalds Lieblingstochter zieht sich gänzlich zurück. Ihr Ehemann Jared Kushner muss aufgrund irgendwelcher windiger Finanzgeschichten ins Gefängnis, wie schon sein Vater vor ihm. Vor allem auch deshalb, weil sein Schwiegervater Donald Trump ihn nicht mehr schützen kann.
  • Donald Trump Jr.: Der älteste Sohn des Ex-Präsidenten fällt zunächst in ein tiefes emotionales Loch, aus dem er nur aufgrund seiner Liebe zu Tarnkleidung und automatischen Waffen wieder herausfindet. Er schließt sich einer Großwild jagenden Bürgermiliz in Michigan an und trägt fortan ausschließlich Camouflage. Seine Freundin Kimberly Guilfoyle verlässt Donald Junior, der erst wieder in den Medien auftauchen wird, wenn er sich zum wiederholten Male selbst in den Fuß geschossen hat.
  • Eric Trump und Tiffany Trump: Was Eric und Tiffany machen? Das weiß niemand so genau, weil es niemanden interessiert. Daran ändert sich auch durch die Abwahl von Donald Trump nichts.
  • Melania Trump und ihr Sohn Barron: Die beiden gehen zurück nach New York. Melania Trump reicht die Scheidung ein und kassiert noch mal richtig ab. Barron Trump hält sich weiter fern von der Öffentlichkeit. Aber 25 Jahre später taucht er wieder auf. Als jüngster Präsidentschaftskandidat in der Geschichte der USA tritt er im geistigen Erbe von Bernie Sanders für die Demokraten an. Vorausgesetzt an den Gerüchten ist was dran.

Und Donald Trump? Er wird die Wahlniederlage umgehend anerkennen, weil ihm Joe Biden am Telefon dafür eine Begnadigung für alle Verbrechen während der Amtszeit anbietet. Anschließend zieht Trump den Kopf ein, emegriert nach Nordkorea und lässt sich dort für die kommenden Jahre gemeinsam mit Denis Rodman von Kim Jong Un aushalten.

Vor allem aber wird er auf die nächste Chance warten. „Wenn die Zeiten schlecht genug sind, bekomme ich, was auch immer ich will“, hat Donald Trump in einem seiner ersten Interviews überhaupt in den 1970ern gesagt. (Von Daniel Dillmann)

Die Spionageabwehrbehörde in Washington befürchtet, dass China, Russland und Iran die US-Wahl 2020 zu ihren Gunsten beeinflussen wollen.

Schock im Weißen Haus. Donald Trump wird aus einer Pressekonferenz evakuiert, zusammen mit seiner Belegschaft. Kurz zuvor waren vor dem Weißen Haus Schüsse gefallen.

In einem Enthüllungsbuch gibt der ehemalige Anwalt von Trump vernichtende Details über den Präsidenten preis.

Wer die US-Präsidentschaftswahl im November gewinnen wird, steht in den Sternen. Doch der Berater Roger Stone gibt Donald Trump Tipps, wie er gegen eine Niederlage vorgehen kann - in der Show eines rechten Verschwörungstheoretikers.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare