1. Januar 2020 in Bagdad: Ein irakischer Soldat steht vor der US-Botschaft Wache, während hinter ihm schwarze Rauchwolken aufsteigen. An der US-Botschaft im Irak ist es den zweiten Tag in Folge zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen.
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1. Januar 2020 in Bagdad: Ein irakischer Soldat steht vor der US-Botschaft Wache, während hinter ihm schwarze Rauchwolken aufsteigen. An der US-Botschaft im Irak ist es den zweiten Tag in Folge zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen.

USA und Iran

Donald Trump und Ali Khamenei pokern hoch

  • Martin Gehlen
    vonMartin Gehlen
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Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist nur eine von vielen Auseinandersetzungen, die die Erosion des Staatengefüges im Nahen Osten weiter fortschreiten lassen könnte. Der Kommentar.

Im Nahen Osten beginnt das neue Jahrzehnt, wie das alte endete – mit Chaos und Gewalt, mit Luftangriffen und Todesopfern. Im Norden Syriens verbreiten russische Kampfjets rund um die Uhr Angst und Schrecken. 

Auf dem Schlachtfeld in Libyen braut sich der nächste internationale Stellvertreterkrieg zusammen. Und im Irak droht nach dem spektakulären Angriff auf die US-Botschaft ein Showdown zwischen den Erzfeinden Washington und Teheran.

Donald Trump will im Wahlkampf punkten

Beide Seiten pokern hoch. Beide Seiten haben viel zu verlieren. Donald Trump will im Präsidentenwahlkampf damit punkten, er habe seine Soldaten aus dem nahöstlichen Morast nach Hause geholt. Gleichzeitig aber gäbe er damit US-Einfluss preis und öffnete in Europas Nachbarregion neue Spielräume für die Ambitionen von Moskau und Peking.

Ali Khamenei weht der Wind scharf ins Gesicht

Sein iranischer Widersacher Ali Khamenei will eine Nation hinterlassen, deren hegemoniale Vormacht unangefochten ist. Seit den Massenprotesten in Libanon und Irak weht Teheran aber der Wind scharf ins Gesicht. Die arabischen Völker haben das Treiben der schiitischen Milizen satt. 

Entsprechend düster sind die Prognosen. Die Erosion des nahöstlichen Staatengefüges wird weiter fortschreiten. Und ein Ende ausländischer Interventionen ist nicht in Sicht. 

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