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Direkte Diplomatie

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Von: Daniela Vates

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Außenministerin Annalena Baerbock in der Türkei
Außenministerin Annalena Baerbock in der Türkei. © Annette Riedl/dpa

Annalena Baerbock ist als Außenministerin direkt. Das kann gutgehen, solange sie an der Sache orientiert bleibt. Und solange sie nicht abhebt. Der Kommentar.

Die Idee von Diplomatie ist: Wenn es ohnehin schwierig ist, ist vorsichtiges Herantasten besser. Annalena Baerbock ist als Außenministerin direkt. Sie unterscheidet sich darin von ihren Vorgängern, dem verzagten Heiko Maas, dem bedächtigen Frank-Walter Steinmeier, dem fachlich unsicheren Guido Westerwelle.

Wer immer „Vielleicht“ und nie „Nein“ sagt, zeigt seinem Gegenüber nicht die Notwendigkeit an, Positionen zu überdenken. Erfrischender als die üblichen diplomatischen Verrenkungen ist eine klare Sprache allemal – und in Staaten, in denen die Opposition unterdrückt wird, hilft es, wenn autokratisch geprägte Regierungsvertreter und auch die Öffentlichkeit von den Staatsgästen ein paar deutliche Worte zu hören bekommen.

Zum Problem wird es, wenn Direktheit vor allem als Markenzeichen gepflegt wird und wenn dabei das Gefühl für Feinheiten und für die Momente verloren geht, in denen Zurückhaltung mehr bringt als das Drauflosstürmen. Baerbock findet die Balance bislang. Das kann gutgehen, solange sie an der Sache orientiert bleibt. Und solange sie nicht abhebt.

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