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Kommentar

Die digitale Corona-Krise

  • Thomas Kaspar
    VonThomas Kaspar
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Deutschland und die anderen EU-Staaten sollten Kommunikationssysteme entwickeln, dann müsste die Kanzlerin im Kampf gegen die Pandemie nicht auf US-Angebote verweisen. Der Kommentar.

Kanzlerin Angela Merkel hat uns in ihrer denkwürden Rede dazu aufgefordert, wir sollten den Kontakt zu unseren Liebsten halten und nun „skypen“, also das System für Internettelefonie nutzen, das Microsoft 2011 für 8,5 Milliarden Dollar gekauft hat. Seitdem fehlen die Tipps für den digitalen Austausch in keinem Gespräch mit Experten.

Wir könnten einfach „Facetime“ nutzen für Videokonferenzen, also Apple-Telefone. Auch „Hangouts“ gehen sehr einfach, das in Google und Android-Handys integrierte Kommunikationssystem. Facebook-Gruppen und die Nutzung des zum Konzern gehörigen Messenger „Whats App“ explodieren geradezu. Und Microsoft verschenkt „Teams“ – und nutzt die Krise, um die Kommunikation von Firmen zu erobern.

Es ist eigentlich ein Skandal, dass Kanzlerin und amtliche Experten im öffentlichen Rundfunk die Nutzung eines US-Dienstes empfehlen. Der eigentliche Skandal ist aber, dass wir auf Gafam – also Google-Apple-Facebook-Amazon – angewiesen sind. Angela Merkel konnte keinen Dienst der Deutschen Telekom oder der Fritzbox empfehlen – weil es sie schlicht nicht gibt.

Systemrelevant sind nicht nur Kassiererinnen, sondern auch Digitalspezialisten. Höchste Zeit, dass Deutschland hier seine Versäumnisse aufholt.

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