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Die Uhr tickt gegen Putin

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Von: Viktor Funk

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Wladimir Putin hat seine ganz eigene Form von Demokratie geschaffen.
Wladimir Putin hat seine ganz eigene Form von Demokratie geschaffen. © AFP

Wladimir Putin hat die Demokratie in Russland geschwächt. Aber er konnte nicht verhindern, dass viele Menschen eine Vorstellung von Demokratie entwickeln. Der Kommentar.

Zuerst die schlechte Nachricht: Um die Demokratie ist es in Russland so schlecht bestellt, wie seit Ende 1999 nicht mehr; damals kam Wladimir Putin an die Macht. Er hat sie nach und nach geschliffen – oder wie er es sagen würde: Er hat „stabile Verhältnisse“ geschaffen. Je stärker sein Regime herausgefordert wurde, desto brutaler schlug es zurück, schränkte die Aktivitäten politischer Organisationen ein, setzte der Presse zu und sperrte Kritikerinnen und Kritiker weg. So stabilisierte es einerseits sich selbst, andererseits lähmte es so auch das Land.

Doch etwas konnte auch der Autokrat Putin nicht unterbinden, und damit die gute Nachricht: Die relativen Freiheiten, die die Menschen trotz allem haben, das Reisen, der Zugang zu Informationen weltweit, der Austausch mit Millionen Landsleuten im Ausland – all das lässt sie wissen, dass ein anderes Leben möglich ist. Das Bedürfnis danach ist nicht mehr wegzukriegen. Auf der lokalen und regionalen Ebene ist der Machtverlust für die Kreml-Treuen schon Realität. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Demokratie auch wieder in die Duma einzieht.

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