Frankreich solidarisiert sich mit seinen Lehrerinnen und Lehrern (hier in Rennes).
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Frankreich solidarisiert sich mit seinen Lehrerinnen und Lehrern (hier in Rennes).

Kommentar

Der Terror in Frankreich – und unsere Pflicht

  • Peter Rutkowski
    vonPeter Rutkowski
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Die Enthauptung eines Lehrers in Conflans eine Terrortat. Frankreich braucht unsere Solidarität – aber auch unsere Kritik. Und Muslime brauchen unsere ausgestreckte Hand. Der Kommentar.

Das Selbstverständliche zuerst: Das grausige Verbrechen in Conflans vom Freitag ist eine Terrortat, aber deshalb auch die Tat eines Einzelnen. Die Strukturen, aus denen der Täter heraus handelte, sind eine andere Sache. Das nur, bevor die üblichen Verdächtigen wieder mit den üblichen Verdächtigungen aufwarten.

Es gibt kein „Naturgesetz 9/11“, wonach Menschen muslimischen Glaubens für mittelalterlichen Terror per se anfällig sind. Da ist auch keine direkte Linie zwischen den von langer Hand vorbereiteten Anschlägen in den USA zu Beginn dieses Jahrhunderts und den zahllosen widerwärtigen Verbrechen im Namen Allahs in aller Welt seitdem. Wer das noch glaubt, will nicht verstehen, was in der Welt geschieht.

Es gibt aber die Pflicht des aufgeklärten Europas, solidarisch zu Frankreich zu stehen. Ebenso gibt es die Pflicht zur Kritik: Frankreich muss endlich seine in Europa ganz singuläre Geschichte mit dem Islam integrativ und tolerant im eigenen Land lösen und nicht Parallelgesellschaften ignorieren und dämonisieren.

Und es gibt die Pflicht von uns allen, einmal mehr unseren muslimischen Mitmenschen die Hand zu reichen und den Raum zu geben, damit sie sich von Angst, Verunsicherung, Orientierungslosigkeit und Hass freimachen.

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