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Die drohende Katastrophe

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Von: Jan Emendörfer

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Blick auf das Atomkraftwerk. Kiew warnte: Sollte ein Reaktor getroffen werden, seien die Folgen „gleichbedeutend mit dem Einsatz einer Atombombe“.
Blick auf das Atomkraftwerk. Kiew warnte: Sollte ein Reaktor getroffen werden, seien die Folgen „gleichbedeutend mit dem Einsatz einer Atombombe“. © IMAGO/Dmytro Smolyenko

Der Beschuss im AKW Saporischschja führt die Grenzen konventioneller Kriegsführung vor Augen. Ein Kommentar.

Schon seit Wochen erfüllt die Lage im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja die Internationale Atomenergiebehörde mit großer Sorge. Zum Wochenende dann die Nachricht vom Beschuss des AKW, wofür sich Kiew und Moskau gegenseitig verantwortlich machen. Kiew warnte: Sollte ein Reaktor getroffen werden, seien die Folgen „gleichbedeutend mit dem Einsatz einer Atombombe“.

Seit Anfang März ist das AKW von russischen Truppen besetzt, die das Personal zwingen, den Betrieb zu sichern. Allein dieser Zustand stellt ein Risiko dar. Der Beschuss führt die Grenzen konventioneller Kriegsführung vor Augen. Vor dem Hintergrund des drohenden Super-GAUs verblassen Geländegewinne und -verluste. Es grenzt an ein Wunder, dass Russlands Angriffskrieg nicht schon zu einer Katastrophe geführt hat: Neben dem Alt-AKW Tschernobyl existieren im Land vier weitere Kernkraftwerke.

Echte Sicherheit würde ein Waffenstillstand bringen, doch davon ist Moskau offensichtlich weit entfernt. Zumindest gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass der Kreml an einer Verhandlungslösung interessiert ist.

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