Kann zur Abwechslung mal gute Nachrichten verkünden: Umweltministerin Svenja Schulze.
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Kann zur Abwechslung mal gute Nachrichten verkünden: Umweltministerin Svenja Schulze.

Kommentar zum gesunkenen CO2-Ausstoß

Deutschlands Klimabilanz: Besser als erwartet, aber keine Entwarnung

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Der Ausstoß von Kohlendioxid ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Ist Deutschland jetzt wieder Klimaweltmeister? Noch lange nicht. Der Kommentar.

Umweltministerin Schulze (SPD) freut sich. Die Klimabilanz der Bundesregierung hellt sich auf. Gut 35 Prozent CO2-Reduktion gegenüber 1990 sind geschafft, so die neueste Bilanz des Thinktanks Agora Energiewende. 2019 brachte einen Sprung nach vorne. Die für 2020 versprochenen 40 Prozent sind zwar nicht mehr drin, aber ganz so peinlich wie befürchtet wird es doch nicht für den Klimaweltmeister „D“ a. D.

Nur leider: Der Klimapolitik der Groko ist das nur zum kleinsten Teil zu verdanken. Mildes Wetter, ein wind- und sonnenreiches Jahr, mäßige Konjunktur, hohe CO2-Preise im EU-Emissionshandel für die Kraftwerke - das waren die Haupttreiber. Der Erfolg ist der Bundesregierung quasi „in den Schoß gefallen“, wie es bei dem Thinktank heißt. Es braucht dringend eine Offensive, um den stockenden Ausbau der Öko-Energien wieder in Schwung zu bringen. Sonst endet der gute Lauf schnell wieder.

Ganz verheerend sieht es im Verkehrssektor aus, hier stiegen die Emissionen zuletzt sogar. Von Verkehrswende keine Spur, sondern sogar ein Fast-Pkw-Verkaufsrekord und Aufrüstung durch den SUV-Boom. Hier müssen, da hat Schulze mit Blick auf ihren Kollegen Scheuer recht, wirklich neue politische Konzepte her. Sonst geht es weiter mit Vollgas in die Krise.  

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