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Das Management von Bayer glaubte, einen perfekten Deal zu machen.

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Desaster ohne Ende

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Der Bayer-Konzern sollte den Rechtsstreit um Glyphosat möglichst rasch beenden, um sich in Folge der Corona-Krise auf die kommende Wirtschaftskrise konzentrieren zu können. Ein Kommentar.

Es wird Zeit, dass der Bayer-Konzern ein unrühmliches Kapitel seiner Konzerngeschichte abschließt: Die Verfahren gegen die teuer gekaufte Agrarchemie-Tochter Monsanto. Das Management glaubte, einen perfekten Deal zu machen. Eine Firma, die nicht nur den weltweit erfolgreichsten Unkrautvernichter Roundup herstellt, sondern auch vorne liegt im Geschäft mit gentechnisch verändertem Saatgut.

Das sollte nicht nur steigende Gewinne bringen, sondern den Konzern auch gegen die gefürchteten aktivistischen Aktionäre immunisieren. Genau das Gegenteil ist eingetreten. Der Aktienkurs ist eingebrochen, der aktivistische Investor Paul Singer ist zum Großaktionär geworden.

Nun hat es eine Einigung auf einem Nebenschauplatz der Glyphosat-Affäre gegeben. Was braucht es noch, um bei den Roundup-Klagen den Deckel draufzumachen? Es geht bei den Verhandlungen über Schadenersatz wohl noch um eine oder zwei Milliarden Dollar. Das ist im Vergleich wenig zu dem, was auf Bayer zukommt: eine Weltwirtschaftskrise, ausgelöst durch die Corona-Pandemie. 

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