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Protest gegen den Wahlausschluss in Moskau.

Demonstrationen in Moskau

Kreml-Kritiker lassen sich nicht mundtot machen

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Erneut sind Oppositionelle in Russland auf die Straße gegangen. Die Massenverhaftungen schrecken sie nicht ab. Der Kommentar. 

Sie haben es wieder getan – trotz der Massenverhaftungen vom vergangenen Wochenende, trotz massiver Strafandrohung, trotz großen Polizeiaufgebots. Hunderte gingen auch an diesem Samstag wieder in Moskau auf die Straße, um faire Kommunalwahlen zu fordern. 

Die russische Staatsmacht tritt immer totalitärer auf

Und das obwohl ihre Anführer entweder noch inhaftiert waren oder kurz vor Demobeginn festgenommen wurden. Die Staatsmacht tritt immer totalitärer auf – und doch gelingt es ihr nicht, ihre Kritiker mundtot zu machen. Davon zeugt auch die Entscheidung der Opposition für den nicht genehmigten Demo-Spaziergang statt einer behördlich genehmigten Kundgebung. Noch sind es kleine Gruppen, die sich überall im Land gegen das Regime auflehnen. 

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Noch sind ihre Motive höchst unterschiedlich, fordert die junge Intelligenzija in den Metropolen ihre Bürgerrechte ein, die Menschen in der Provinz Wohnraum und Brot. Die größte Sorge der Machthaber im Kreml dürfte sein, dass sich diese Störfeuer zu einem Flächenbrand vereinen könnten. Das war bei den Protesten vor den Präsidentschaftswahlen 2012 noch nicht gelungen.

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