+
Die Reporter ohne Grenzen setzen sich immer wieder für die Pressefreiheit ein.

Pressefreiheit

Demokratie unter Druck

  • schließen

Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen hat sie die Lage der Pressefreiheit in zwei Drittel von 180 Ländern verschlechtert. Beispielsweise sind Ungarn, Polen und die USA abgerutscht. Ein Kommentar.

Wenn jeder Angriff auf die Pressefreiheit zugleich die demokratische Gesellschaft bedroht, dann steht es schlecht um die Demokratien. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr in zwei Drittel von 180 Ländern verschlechtert, einen wesentlichen Beitrag dazu habe die Entwicklung in demokratischen Ländern geleistet.

Es ist nicht überraschend, dass Ungarn unter der Regierung Viktor Orbans in der Rangliste der Pressefreiheit auf den 71. Platz zurückgefallen ist, und Polen unter der nationalistischen Regierung auf Platz 54. Das Abrutschen der USA auf Rang 43 ist keineswegs nur mit dem „Krieg“ zu erklären, den Donald Trump gegen die Medien führt, die ihn ständig einer neuen Lüge überführen, sondern mehr noch mit der zunehmenden juristischen Verfolgung von Investigativjournalisten.

Es steht nicht gut um die Pressefreiheit, auch nicht in Deutschland. Hier wird sie weniger von staatlichen Eingriffen bedroht, viel eher von einem Journalismus, der sich zunehmend als Unterhaltung versteht und seinen Auftrag vergisst, der im Grundgesetz steht. Die Pressefreiheit ist geschützt, weil die Demokratie ohne den freien Fluss der Information und deren Kommentierung nicht bestehen kann. Wird das nicht verstanden, ist das Bekenntnis zur Pressefreiheit nicht mehr als ein Lippenbekenntnis.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare