Ladensterben

Innenstädte müssen von Orten des Shoppings zu Orten des Lebens werden

  • Andreas Niesmann
    vonAndreas Niesmann
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Ein Einzelhandelsgipfel von Wirtschaftsminister Altmaier allein stoppt das Ladensterben nicht, das die Corona-Krise beschleunigte. Der Kommentar.

Dem Handel droht eine Pleitewelle, der Immobilienbranche Leerstände, den Innenstädten Verödung. Dass Wirtschaftsminister Peter Altmaier nun mit einem Einzelhandelsgipfel gegensteuern will, ist eine gute Nachricht. Allerdings wird ein Gipfel die Innenstädte kaum retten. Auch der Minister hat noch keine überzeugende Idee, wie die Ladenbetreiber gegen die immer stärkere Online-Konkurrenz bestehen sollen.

Digitalisierung heißt Altmaiers paradoxe Antwort. Angenommen kleine Händler schaffen es, Teile ihrer Umsätze ins Netz zu verlegen und Online-Riesen wie Amazon oder Zalando die Stirn zu bieten – warum sollten sie dann auf Dauer noch an ihrem Ladenlokal festhalten? Auch die Digitalisierung der inhabergeführten Läden hat langfristig das Aussterben der Innenstädte zur Folge.

Was also tun? Die Innenstädte müssen attraktiver werden. Sie müssen sich wandeln, von Orten des Einkaufens zu Orten des Lebens. Weniger Autos, bessere Bus- und Bahnanbindungen wären ein Anfang. Dort, wo Menschen sich gerne aufhalten, geben sie auch mehr Geld aus. Trotzdem werden Läden verschwinden. Die Planer müssen Antworten darauf finden, wie mit den freien Räumen umgegangen werden soll. Wenn sich der Wandel nicht aufhalten lässt, sollten wir wenigstens das Beste daraus machen.

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