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Das Gegenteil von Idylle

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Von: Daniela Vates

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Kanzler Olaf Scholz (re.) mit seiner Frau Britta Ernst und US-Präsident Joe Biden.
Kanzler Olaf Scholz (re.) mit seiner Frau Britta Ernst und US-Präsident Joe Biden. © Peter Kneffel/dpa

Krisen stehen wie Ausrufezeichen im Raum beim G7-Gipfel. Je weniger wolkig die Communiqués, je deutlicher die Abkehr von der eigenen Bequemlichkeit, desto wahrscheinlicher ist es, dass von diesem Gipfel nicht nur Bilder in Erinnerung bleiben. Ein Kommentar.

Olaf Scholz empfängt die Staats- und Regierungschefs der G7 in einer Alpen-Idylle. Aber von weltweiter Idylle kann nicht die Rede sein. Krisen stehen wie Ausrufezeichen im Raum. Könnte man sie riechen, der Gestank wäre kaum auszuhalten. Ein bisschen Durchlüften und Parfümieren reicht nicht aus.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine führt die Abhängigkeit von Ölimporten vor Augen. Er lässt Preise steigen und verschärft Hungersnöte. Der Klimawandel verliert an Aufmerksamkeit und ist doch durch Dürren und Temperaturrekorde präsent wie nie. Alles zusammen – die Preise, die Lebensmittelknappheit, die Hitze, die Aggressivität des Atomwaffen-Staates Russland – ist bestens dafür geeignet, für Unsicherheit, Unzufriedenheit und Instabilität zu sorgen. Es ist die Aufgabe der G7, dem mit mehr als einem lauen Statement zu begegnen.

Je konkreter die Verpflichtungen, je weniger wolkig die Communiqués, je deutlicher die Abkehr von der eigenen Bequemlichkeit, desto wahrscheinlicher ist es, dass von diesem Gipfel nicht nur Bilder in Erinnerung bleiben. Man werde keine Berge versetzen, hat Scholz die Erwartungen gedämpft. Es muss zumindest versucht werden. Es warten, unter anderem: die Ukraine, das Klima, die Hungernden und die Demokratie.

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