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Das Dilemma des DGB

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Von: Tim Szent-Ivanyi

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Nicht zu viel Wind machen: Mit zu hohen Lohnfrderungen könnten Gewerkschaften die Inflation verstärken.
Nicht zu viel Wind machen: Mit zu hohen Lohnfrderungen könnten Gewerkschaften die Inflation verstärken. © Jan Woitas/dpa

Dass Beschäftigte gern mehr Lohn haben möchten, um die gestiegenen Preise auszugleichen ist verständlich. Doch es besteht die Gefahr, dass Firmen ihre Preise erhöhen und die Inflation noch mehr ankurbeln. Der Kommentar.

Die Forderung von DGB-Chef Reiner Hoffmann, in der anstehenden Lohnrunde einen Ausgleich für die stark gestiegenen Preise zu fordern, ist absolut nachvollziehbar. Die Inflation belastet die Beschäftigten stark.

Doch so leicht ist die Sache leider nicht. „Zweitrundeneffekte“ gelten als brandgefährlich. Wird die Inflation durch höhere Löhne ausgeglichen, besteht die Gefahr, dass Firmen die gestiegenen Kosten über die Preise weitergeben und sich so die Inflation immer weiter hochschaukelt. Die Gewerkschaften befinden sich also in einem Dilemma. Fordern sie zu wenig, erleiden die Beschäftigten einen Kaufkraftverlust. Fordern sie zu viel, werden schneller als in Zeiten einer normalen wirtschaftlichen Entwicklung die Arbeitsplätze gefährdet. Für Gewerkschaften und Arbeitgeber kommt es darauf an, Maß und Mitte zu finden.

Doch der von Russland geführte Krieg gegen die Ukraine wird auch hierzulande zu Wohlstandsverlusten führen. Gutverdiener können das leichter schultern als Menschen mit niedrigen Einkommen. Das sollte bei den Tarifverhandlungen im Mittelpunkt stehen.

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