Kommentar

Daimler ist zu spät dran

  • vonStefan Winter
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Der Autokonzern hat bislang viele Probleme nicht gelöst und fährt der Konkurrenz deshalb hinterher

Es waren keine dummen Zufälle, die die Bilanz von Ola Källenius im ersten Jahr an der Daimler-Spitze verhagelten. Es sind viele Probleme wie Dieselskandal, Elektrostrategie und die Allianz mit Renault-Nissan. Unter Källenius‘ Vorgänger Dieter Zetsche hat Daimler typische letzte, strategisch verlorene Jahre erlebt: Große Entscheidungen blieben offen, radikaler Wandel kam nicht infrage. Doch mit der Interpretation, dass Zetsche ein schweres Erbe hinterlassen habe, kann Källenius nicht kommen. Er hat sein Berufsleben in Schlüsselpositionen bei Daimler verbracht.

Nun versucht er, mit klassischen Sparprogrammen gegenzusteuern. Das muss sein – nicht nur, um Aktionären höhere Dividenden und Beschäftigten höhere Prämien zahlen zu können. Vor allem braucht der Konzern Geld für Investitionen. Während Konkurrenten in Zukunftstechnologien investieren, arbeitet man in Stuttgart Hausaufgaben nach. Manches Projekt, das die Zukunft sichern sollte, wird zusammengestrichen. So droht Daimler hinterherzufahren. Das kann sich in der Autobranche derzeit niemand leisten. 

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