+
Coronavirus: Fledermäuse und Killerviren kann man schon mal zusammenbringen.

Coronavirus

Todesvirus aus dem Land der Fledermaus-Esser

  • schließen

Woher kommt die ganze Panik bezüglich des Coronavirus’? Weil er aus dem Feindbildland China kommt? Ein Kommentar.

Fluggesellschaften fliegen China nicht mehr an, das haben wir mittlerweile kapiert. Von dort kommt das Coronavirus, das aktuell die Menschheit in Angst und Schrecken versetzt. Was die dpa in Dauerschleife zum Thema zu vermelden hat: 1,5 Millionen Menschen seien „in den ersten elf Monaten 2019“ von China nach Deutschland geflogen („erfasst wurden ausschließlich Direktflüge“), davon landeten die meisten in Frankfurt.

Coronavirus - Leichtgewicht im Vergleich zur Grippe

Was soll uns diese Zahl sagen? Dass die Gefahr, dem Virus anheimzufallen, sich um das 1,5-millionenfache potenziert hat? Und überhaupt jeder, der jemals chinesisches Staatsgebiet betreten hat, eine lebende Zeitbombe darstellt? Gefahr hin oder her, um die eigenen Leute wird sich natürlich gekümmert. Wie die Agenturen eilen, schickt die Luftwaffe ein Evakuierungsflugzeug nach China, um ihre Deutschen aus der „Seuchenstadt Wuhan“ („Bild“) zu befreien.

Seit dem 21. Januar, dem Bekanntwerden des Coronavirus, sind 213 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben, 9692 sollen den Infekt (Stand 31.1.2020) in sich tragen. Von einer Pandemie ist die Rede, die Weltgesundheitsorganisation hat bereits den Notstand ausgerufen. Woher kommt bloß diese Panikmache? Vergleicht man das Coronavirus beispielsweise mit der Grippe, erscheint der neuartige Erreger eher als Leichtgewicht in puncto Bevölkerungsreduktion. 2017/18 starben an der Influenza alleine in Deutschland 25.000 Menschen, seit Beginn dieses Jahres sind es bereits 42. Das ist ein alter Hut, schon klar, nur verweisen die Zahlen auf eine Irrationalität im Umgang mit der Angst, die von Fakten nicht gedeckt ist.

Coronavirus aus dem Feindbildland China

Liegt das eventuell daran, dass das Virus aus dem fernen Osten kommt und nicht etwa aus Österreich? Oder Ungarn? Verschärft sich der Grusel, wenn sich das Böse aus dem Land des so verhassten, real existierenden Kommunismus verbreitet? „Corona-Angst. China-Rückkehrer werden HIER isoliert!“, titelt etwa die „Bild“ und zeigt ein Lager mit mülltütenblau überzogenen Feldbetten, die für die China-Flüchtlinge zurechtgestellt wurden. 

Dieselbe „Bild“ teilt übrigens auch im Netz ein Video, in dem eine Frau an einer Fledermaus in einer Suppenschüssel knabbert. Das Tier (ein in Teilen Asiens „kulinarischer Leckerbissen“) sieht so aus, als entspanne es in einem Whirlpool. „Was diese Fledermaus mit dem Corona-Virus zu tun hat“, heißt es schaurig im die tiefsten Ängste bedienenden Clip. Tatsächlich nicht so viel, wie die Zuschauerin schließlich erfährt. Vielmehr werden gemäß chinesischer Seuchenschutzbehörde Wildtiere im Allgemeinen und Schlangen, Ratten und Dachse im Speziellen als Verbreiter des Erregers genannt. 

Zwar könnten Fledermäuse der „natürliche Wirt“ des Erregers sein, es werden aber laut „Science China Life Science“ verschiedene Zwischenwirte vermutet (Ergänzung, 2.2.2020)

Coronavirus: „Bild“ triggert in die Ekel-Richtung

Die „Bild“ triggert jedoch formvollendet wieder einmal in die Ekel-Richtung, was jedoch wenig verwundert, ist es doch bekanntlich eine Kerndisziplin des Springer-Blättchens.

Die Botschaft, dass wer Hunde und Fledermäuse isst und auch noch im Feindbildland China lebt, gar nicht anders kann, als Killerviren zu produzieren, kommt an. Und die sind quasi als ein Angriff auf all diejenigen zu verstehen, die potentiell Stierhoden und lebende Spinnen verspeisen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare