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Deutschland sei gut vorbereitet, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn.

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Ein schmaler Grat

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Panisch? Besonnen? Lax? Europäische Politikerinnen und Politiker haben für Covid-19 noch nicht die richtige Strategie gefunden. Der Kommentar.

Die Meldungen über Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus in Europa häufen sich, Experten halten eine Pandemie für möglich. Vielleicht hat sich die Lungenkrankheit Covid-19 ja auch längst weiter ausgebreitet als gedacht, in Zeiten der Grippewelle und grassierender Erkältungen dürfte es unmöglich sein, jeden Fall der neuen Lungenkrankheit herauszufischen.

Deutschland sei gut vorbereitet, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn. Das klingt beruhigend. Aber was heißt es eigentlich? Dass alle Infizierten identifiziert werden (unrealistisch), man sie in Kliniken unterbringt und dort ihre Symptome behandelt? Dass man wie in Italien ganze Städte abriegelt, wie in Russland Grenzen schließt (kaum vorstellbar) oder schärfer kontrolliert? Bislang gibt es dazu wenig Konkretes zu hören.

News-Ticker: Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt - Erster Infizierter in Baden-Württemberg und NRW

Coronavirus: Noch gibt es keine Impfung

Man will Panik vermeiden, das ist verständlich und richtig. Doch es ist ein schmaler Grat zwischen einem besonnenen und einem laxen Umgang. Denn wahr ist auch: Noch gibt es bei Covid-19 keine ursächliche Behandlung und keine Impfung. Die Ausbreitung des Virus zeigt zudem, wie virulent die Gefahr durch Infektionskrankheiten noch ist, nicht nur in vermeintlich fernen Ländern. Infektiologen warnen seit längerem davor, das Thema in der Ausbildung und auch in der Förderung von Forschung zu vernachlässigen. Sie sollten gehört werden. 

Was bisher bekannt ist: Coronavirus SARS-CoV-2 – Symptome, Inkubationszeit und Schutzmaßnahmen

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